Montag, 25. September 2017

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Smartphone-Markt Apple gegen den Rest der Welt

iPhone 4 im Test: Schmaler, schlauer, schneller
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Matthias Kremp

Die Hysterie um den Verkaufsstart des neuen iPhone zeigt: Apple wildert immer erfolgreicher im umkämpften Markt für Smartphones. Zuletzt verloren Investoren den Glauben an Konkurrent Nokia. Nun legt Blackberry-Hersteller Research in Motion Zahlen vor. Wer kann Steve Jobs und Co. noch stoppen?

Hamburg - Es sind Szenen, die Apples Konkurrenz an den Rand der Verzweiflung treiben müssen. Zum heutigen Verkaufsstart des neuen iPhone drängelten sich Tausende Interessenten vor den Filialen der Mobilfunkanbieter in Deutschland, den USA, Großbritannien und Japan. Manche übernachteten vor den Geschäften, um an ein neues Gerät zu kommen - und wurden letztlich doch enttäuscht. "Wenn ein neues Produkt von Apple herauskommt, dann kaufe ich es", begründete ein junger Japaner nüchtern die freiwillige Tortur.

Wo immer Apple Börsen-Chart zeigen sein iPhone 4 in die Regale bringt und Mobilfunkanbieter den Bestellbutton im Netz freigeben, kommt es zu tumultartigen Szenen - deren öffentliche Wirkung dem Verkauf wiederum nicht eben abträglich ist. Bereits am ersten Tag dürfte Apple eine Million Telefone verkaufen und damit einen Rekord aufstellen, erwarten Analysten.

Apple mischt den rasant wachsenden Markt für Smartphones weiter kräftig auf. Beispiel USA: Dort ist der Marktanteil des iPhone in den USA im ersten Quartal auf mittlerweile 28 Prozent angeschwollen - und damit um 2 Prozentpunkte gestiegen, wie die Marktforscher von Nielsen zuletzt errechneten.

Platzhirsch Research in Motion Börsen-Chart zeigen (RIM) und sein Blackberry sind bereits in Sichtweite. Der Anteil sank im selben Zeitraum um 2 Prozentpunkte auf 35 Prozent. Auch Geräte auf Basis von Windows Mobile verloren. Zulegen konnte lediglich Google Börsen-Chart zeigen mit seinem Android-System ebenfalls deutlich wachsen.

Branchenkenner schreiben Nokia vorerst ab

Nun legt RIM, der wichtigste Apple-Konkurrent im Bereich der Smartphones Zahlen vor. Und weite Teile der Telekommunikationsbranche hoffen, dass die Kanadier nicht auch noch als Widersacher des Jobs-Imperiums ausfallen, dessen Aufstieg auch Mobilfunkanbietern immer unheimlicher wird.

Erste Konkurrenten scheinen einzuknicken. In der vergangenen Woche hatte Nokia Börsen-Chart zeigen den Markt verschreckt. Die Aktien brachen um 9 Prozent ein, nachdem der Konzern seine Umsatzziele nach unten korrigiert hatte und auch die operative Gewinnmarge niedriger ansetzte. Probleme hat das Unternehmen ausgerechnet bei den margenstarken Smartphones. Das ist besonders bitter, weil der Markt rasant wächst und laut Branchenkennern bereits in fünf Jahren mehr als 60 Prozent aller verkauften Handys Smartphones sein dürften.

An der Börse hat Nokia nur noch etwa ein Siebtel des Börsenwerts von Apple. Zuletzt flog der finnische Konzern zu allem Überfluss auch noch aus dem prestigeträchtigen Index Dow Jones Global Titans, in dem die 50 wichtigsten an der Börse notierten Konzerne notiert sind.

Schon schreiben Branchenkenner Nokia vorübergehend ab. "Es wird im Smartphone-Markt einen Dreikampf zwischen Apple, RIM und Android geben. Dass da noch ein vierter Platz hat, bezweifle ich", sagt Telekommunikationsexperte Klaus von den Hoff von der Unternehmensberatung Arthur D. Little, gegenüber manager magazin.

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