Montag, 19. November 2018

Trotz Konjunkturerholung Hunderttausende Arbeitsplätze bedroht

Die globale Rezession hat zwar bisher in Deutschland weniger Arbeitsplätze gekostet als befürchtet. Dennoch gibt es keine Entwarnung für den Arbeitsmarkt, wie eine Exklusivstudie für manager magazin belegt.

Hamburg - Die beginnende konjunkturelle Erholung der etablierten Exportbranchen reicht nach den Berechnungen der Boston Consulting Group (BCG) nicht aus, um die Beschäftigung in Deutschland zu sichern. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die in der neuen Ausgabe des manager magazins (im Handel ab 23. April) erscheint.

Maschinenbau: Die Erholung der etablierten Exportbranchen reicht nicht aus
Selbst wenn sich die Weltwirtschaft und der Außenhandel, so wie es sich in den vergangenen Wochen abzeichnet, tatsächlich zügig erholen sollten, gehen demnach bis 2015 hunderttausende Arbeitsplätze verloren. Schlimmstenfalls sind sogar bis zu 1,2 Millionen Jobs gefährdet.

Die erschreckende Prognose beruht auf der Simulation von zwei Szenarien. Im positiven Fall gingen die BCG-Ökonomen von einer schnellen Rückkehr des deutschen Wachstums auf jährlich zwei Prozent aus. Doch auch in diesem Szenario würde es zu einem massenhaften Abbau von Jobs kommen.

Wegen der insgesamt geringeren Dynamik der Weltwirtschaft, der Produktivitätsfortschritte durch Rationalisierungen und der weiteren Globalisierung der etablierten Industriebranchen würden in der Autobranche, dem Maschinenbau, der Chemie sowie der Elektrotechnik in den kommenden fünf Jahren zusammen rund 250 000 Jobs wegfallen.

Im pessimistischeren Szenario bleibt die weltweite Nachfrage schwächer, auch weil protektionistische Tendenzen um sich greifen. Die Folge: Unter diesen Bedingungen stehen in den genannten Branchen sogar bis zu 1,2 Millionen Arbeitsplätze bis 2015 auf der Kippe.

Die BCG-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die bislang in Deutschland dominierenden Branchen den Wohlstand nicht länger sichern können, unabhängig vom tatsächlichen Konjunkturverlauf. Wachstumspotenziale gibt es der Untersuchung zufolge in neuen, forschungsintensiven Bereichen, etwa Umwelttechnologien, aber auch Bio- und Nanotechnologie.

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