Mittwoch, 19. Dezember 2018

Vor Beitritt Estland erfüllt Euro-Kriterien

Nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel sollten die Probleme der Euro-Zone mit Griechenland nicht dazu führen, dass die Aufnahmekriterien für andere Beitrittskandidaten verschärft werden. Aspirant Nummer eins ist Estland, dass gute Chancen hat, 2011 beizutreten - vermutlich als einziger Neuzugang in dem Jahr.

Hamburg - Estland soll nach Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei seinen Euro-Ambitionen nicht unter den Problemen Griechenlands leiden. "An den Aufnahmekriterien für Länder, die dem Euro-Raum beitreten wollen, hat sich nichts geändert", sagte Merkel am Freitag zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel. Sie gehe daher davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission, die gemeinsam zu entscheiden hätten, "Estland so fair behandeln werden wie jeden anderen Beitrittskandidaten".

Blick auf Tallinn: Estland will 2011 den Euro einführen
Darüber habe sie am Rande des Gipfels auch mit dem estnischen Ministerpräsident Andrus Ansip gesprochen. "Wir werden keine zusätzlichen Bedingungen stellen, nur weil wir ein Problem mit einem langjährigen Euro-Mitgliedsstaat haben", stellte sie klar.

Der baltische Staat strebt den Beitritt zur Währungsunion im Januar 2011 an und zeigt sich zuversichtlich, die Kriterien dafür zu erfüllen. Estland wäre dann das 17. Euro-Land.

Wie das Statistische Zentralamt in Tallinn am Freitag mitteilte, ergab sich 2009 nach vorläufigen Zahlen ein Haushaltsdefizit von 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und eine Staatsschuld von 7,2 Prozent. Damit liegt das baltische Land deutlich innerhalb der von den Euro-Ländern gesetzten Konvergenzkriterien aus dem Maastrichter Reformvertrag.

Ein Regierungssprecher in Tallinn erklärte, man erwarte auch mit Blick auf die derzeitige Debatte um Griechenlands Probleme eine "faire Behandlung" ohne neue Hindernisse. Im Frühjahr steht eine Detailprüfung estnischer Kennzahlen durch die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission an.

Die Chefanalystin der Nordeabank, Anika Lindblad, meinte: "Wir gehen davon aus, dass Estland 2011 in die Eurozone aufgenommen wird, weil die Defizite sehr gering sind." Die Kommission werde "keine Überraschungen und keine gravierenden Verschiebungen bei den Schulden finden". Estland gilt als einziger Kandidat für die Einführung des Euro Börsen-Chart zeigen im kommenden Jahr.

manager magazin mit Material von reuters und dpa-afx

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