Sonntag, 17. Februar 2019

WTO Welthandel bricht zweistellig ein

Der Welthandel ist im vergangenen Jahr so stark eingebrochen wie noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Rückgang fiel mit 12 Prozent sogar noch stärker aus, als die Welthandelsorganisation im Dezember 2009 angenommen hatte.

Container-Terminal am Hamburger Hafen: Erfolgreicher Abschluss der Doha-Runde "zwingend notwendig", um aus der Krise zu kommen
Brüssel - Der Austausch von Waren und Dienstleistungen sei gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent zurückgegangen, sagte der Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), Pascal Lamy, am Mittwoch in Brüssel.

Anfang Dezember hatte die in Genf beheimatete WTO noch mit einem Rückgang von 10 Prozent gerechnet. Der Einbruch ist demnach vor allem eine Folge der wirtschaftlichen Krise in den Industrieländern.

Die Situation macht den Abschluss der sogenannten Doha-Runde zur Liberalisierung des weltweiten Handels in Lamys Augen noch dringlicher. Es sei "wirtschaftlich zwingend", die Verhandlungen in diesem Jahr abzuschließen, sagte Lamy. Vor allem Exportnationen wie Deutschland, deren Wirtschaftsleistung 2009 um 5 Prozent eingebrochen war, sind davon abhängig, dass sich der Welthandel rasch erholt.

Dabei geht es um den Abbau von Handelsschranken wie Zöllen oder Einfuhrkontingenten, aber auch um Fragen wie die des geistigen Eigentums.

Die 2001 begonnenen Verhandlungen stocken seit Jahren. Strittig ist zum Beispiel, wie weit ärmere Länder ihre Märkte für Waren aus den Industriestaaten öffnen und damit deren Konkurrenz erdulden müssen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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