"Bedingt durch die starke Flächendichte fangen die Discounter an, sich gegenseitig Umsätze streitig zu machen", sagt Eichholz-Klein, die auch die immer neuen Preissenkungsrunden für die ungekannte Schwäche der Anbieter verantwortlich macht. Die Discounter haben ihr Potenzial in Deutschland offenbar ausgereizt - über den traditionellen Gleichschritt aus Preisaggressivität und Expansion kommen sie nicht mehr voran.
Genau diese Strategie hatte den Aufstieg von Aldi, Lidl, Penny und Co. jahrelang geebnet. Als eigentliche Initialzündung gilt die Billigoffensive anlässlich des Euro-Starts 2002/2003, mit dem die Verbraucher ansonsten Preissteigerungen verbanden. Gleichzeitig trieb die Wirtschaftsflaute auch jede Menge neue Kunden in die Gänge der Billigmärkte. Auf dieser Welle begann Lidl seine rasante Expansion.
Der Umsatz der Discounter wuchs zwischen dem Jahr 2000 und 2008 um etwa 50 Prozent - der Umsatz pro Filiale immerhin noch um gut 25 Prozent (siehe Grafik). Nun ist diese Entwicklung erstmals gestoppt, ausgerechnet mitten in der Wirtschaftskrise, die bisher als ideales Umfeld für die Discounter galt.
Das schmerzt beispielsweise Aldi-Verfolger Lidl. Den Konzern drücken hohe Schulden als Folge der ungebremsten Expansion. Angesichts der ohnehin schwachen Vorsteuerrendite von geschätzten 1,3 Prozent bleibt dem Unternehmen eigentlich wenig Spielraum für Preisschlachten, die den Umsatz kaum beflügeln.
Noch schmieden die Discounter weiter an großen Wachstumsplänen, die auch für Deutschland gelten - sehr zur Verwunderung der Fachwelt. Lidl plant zu seinen 3100 Filialen in Deutschland weitere 1000 Märkte, Netto will binnen drei Jahren 850 neue Geschäfte eröffnen.
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