Montag, 19. Februar 2018

Haiti-Katastrophe Wie deutsche Unternehmen helfen

Zahlreiche deutsche Unternehmen beteiligen sich bereits an der Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti. Spendenzahlungen werden verdoppelt, Hilfsgüter organisiert. Der Bundesverband der deutschen Industrie bereitet eine Spendenkampagne vor.

Hamburg - Noch helfen einzelne Unternehmen, doch dabei soll es nicht bleiben. Konzerne wie Siemens, Bertelsmann, BASF, Deutsche Bank und S.Oliver helfen bereits auf unterschiedliche Weise in der Katastrophenregion Haiti. Nun wird auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) einen Spendenaufruf in seinen 36 Mitgliedsverbänden starten, denen rund 100.000 Unternehmen in Deutschland angehören.

Arbeiter auf dem Düsseldorfer Flughafen: Der BDI wird die Hilfe deutscher Unternehmen koordinieren
"Haiti zählt zu den ärmsten Regionen der Welt und ist eigentlich kein Land, das im Fokus der deutschen Industrie steht", sagt Sigrid Zirbel, Regionaldirektorin für Nord- und Lateinamerika des BDI, im Gespräch mit manager-magazin.de. Etwa 80 Prozent der Menschen des Landes lebten in Armut: Die Zahl der deutschen Firmen, die vor Ort tätig sind, dürfte überschaubar sein. Gleichwohl will sich der BDI für die Opfer und den Wiederaufbau des karibischen Staats nach dem katastrophalen Erdbeben engagieren. "Wir werden innerhalb unseres Verbands zu Spenden für Haiti aufrufen", sagt Zirbel.

Nach Absprache mit dem Auswärtigen Amt soll der Aufruf wahrscheinlich am morgigen Dienstag an die Mitgliedsverbände herausgehen. In der Regel werden dabei eine oder mehrere Hilfsorganisationen als Partner zwischengeschaltet, an welche die Unternehmen ihre Spenden richten, sagt Zirbel. Bereits bei der Tsunami-Katastrophe in Indonesien habe es ein "erhebliches Spendenaufkommen" aus der deutschen Wirtschaft gegeben.

Siemens-Stiftung hilft mit Material und Geld

Unterdessen haben einzelne Konzerne - wie zahlreiche kleinere Unternehmen auch - bereits reagiert. Siemens Börsen-Chart zeigen zum Beispiel wird von Amerika aus mobile Wasseraufbereitungsanlagen und Ultraschallgeräte in das Katastrophengebiet liefern. Die Siemens Stiftung unterstützt außerdem eine mobile Klinik des Deutschen Roten Kreuzes, die bis zu 30.000 Menschen versorgen soll.

Das Unternehmen und die Siemens Stiftung werden außerdem jeden Euro verdoppeln, den hilfsbereite Spender bis zum 29.1.2010 zur Verfügung stellen (Spendenkonto 414141, Bank für Sozialwirtschaft, Stichwort "Haiti"). "Vor allem Wasser- und Stromversorgung müssen schnell wieder instand gesetzt werden", sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Bertelsmann und BASF wählen Partner für Hilfe vor Ort

Auch der Medienkonzern Bertelsmann hat einen Partner ausgewählt, um effektiv helfen zu können. Bertelsmann unterstützt die Arbeit des Kinderhilfswerks Plan auf dem Inselstaat mit einer Spende von 100.000 Euro. Plan ist seit 1973 in Haiti tätig. "Zerstörte Telefonleitungen behindern die Rettungsarbeiten, aber die Helfer koordinieren ihren Einsatz mit den lokalen Behörden und anderen Hilfsorganisationen", sagt Marianne Raven, Geschäftsführerin von Plan Deutschland. Bereits nach dem schweren Erdbeben in Südchina im Mai 2008 hatte Bertelsmann mit Plan zusammen gearbeitet.

Der Chemiekonzern BASF Börsen-Chart zeigen hat wie die meisten weltweit tätigen Unternehmen etablierte Kontakte zu Hilfsorganisationen und prüft nun gemeinsam mit diesen Partnern, wie man am besten unterstützen kann. Im Fall BASF laufen derzeit Gespräche mit den UN-Hilfsorganisationen, sagte eine Sprecherin. Als Soforthilfe für Haiti habe die US-Sparte BASF Corporation 100.000 Dollar an das amerikanische Rote Kreuz überwiesen.

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