Sonntag, 16. Dezember 2018

Sal. Oppenheim Macquarie übernimmt Derivategeschäft

Die angeschlagene Privatbank Sal. Oppenheim verkauft einen Teil ihrer Investmentsparte an das australische Finanzinstitut Macquarie. Der neue Mutterkonzern Deutsche Bank hat kein Interesse an dem Geschäft. Auch für die Reste des Investmentbankings soll eine Lösung gefunden werden.

Köln - Vereinbart worden sei, dass mehr als 90 Mitarbeiter in Deutschland und der Schweiz von Sal. Oppenheim zu Macquarie Börsen-Chart zeigen wechseln, teilten beide Institute am Mittwoch mit. Es handelt sich um das Geschäft mit Aktienderivaten, Zertifikaten und anderen strukturierten Produkten. Über die Bedingungen der Transaktion, deren Abschluss für Anfang des zweiten Quartals 2010 erwartet wird, sei Stillschweigen vereinbar worden. Finanzkreisen zufolge beläuft sich der Wert des Geschäfts auf einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Das Derivategeschäft mit Privatkunden werde künftig unter dem Namen Macquarie Oppenheim firmieren.

Macquarie Bank: Ein Gebot für die gesamte Investmentsparte hatte Sal. Oppenheim abgelehnt
Personell wird sich an der Spitze des Derivategeschäfts von Sal. Oppenheim auch mit dem neuen Eigentümer nichts ändern: Bereichsleiter Frank Langer behält seinen Posten.

Sal. Oppenheim, die sich mit Beteiligungen an Krisenfirmen wie Arcandor verhoben hat, wird im ersten Quartal 2010 für gut eine Milliarde Euro an die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen verkauft. Die Frankfurter sind aber nur an der Vermögensverwaltung reicher Privatkunden interessiert und wollten das Investmentbanking mit seinen mehr als 400 Mitarbeitern verkaufen. Ein erstes Gebot von Macquarie für die gesamte Investmentsparte hatten die Kölner im November als zu niedrig zurückgewiesen.

Sal. Oppenheim teilte nun mit, dass für die verbleibenden Aktivitäten des Investmentbanking aktiv an einer Lösung gearbeitet werde. Dabei habe die Deutsche Bank signalisiert, auch ein Fortführungskonzept der Investmentbank "vollumfänglich" zu unterstützen. Eine Abwicklung stehe damit nicht mehr zur Debatte, sagte ein Insider.

Sal. Oppenheim, die im Geschäft mit Derviaten Finanzkreisen zufolge zuletzt wieder schwarze Zahlen schrieb, spielt auf dem deutschen Derivatemarkt nach der Finanzkrise noch eine mittelgroße Rolle.

2009 entfielen nach Daten der Deutsche-Börse-Tochter Clearstream bislang knapp 2 Prozent des börslichen und außerbörslichen Handelsvolumens auf das Geldhaus. Das entspricht Platz zehn unter 25 erfassten Anbietern. 2008 war der Anteil noch mehr als doppelt so groß, was Position sechs bedeutete. Laut Macquarie bietet Sal. Oppenheim mehr als 6000 Produkte mit einem Wert von mehr als 850 Millionen Euro an.

manager magazin mit Material von reuters und ddp

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