Montag, 25. Mai 2015

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Daimler-Proteste Bänder in Sindelfingen stehen still

Daimler treibt seine Sindelfinger Belegschaft auf die Barrikaden. Aus Protest gegen die Entscheidung, die C-Klasse-Produktion von dem schwäbischen Standort bald abzuziehen, haben die Arbeitnehmer die Arbeit niedergelegt. Außerdem wollen sie Sonderschichten bei der wichtigen E-Klasse streichen.

Stuttgart - Mehrere tausend Mitarbeiter des Mercedes-Werks in Sindelfingen haben am Mittwoch vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Sie protestierten Angaben der Gewerkschaft IG Metall zufolge gegen die Entscheidung des Daimler-Vorstandes, die Produktion der Mercedes C-Klasse von 2014 an aus Sindelfingen abzuziehen.

Die Demonstranten seien vor das Gebäude der Werksleitung gezogen und hätten Informationen über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze gefordert, sagte eine Gewerkschaftssprecherin. Daimler Börsen-Chart zeigen will die Modellreihe künftig nur noch in den Werken Bremen sowie in den USA, China und Südafrika bauen.

Während sich das Management durch den Abzug der wichtigen C-Klasse-Produktion aus Sindelfingen kräftige Einsparungen verspricht, fürchten die Mitarbeiter im größten Daimler-Pkw-Werk um den Erhalt von rund 3000 Stellen. In den kommenden Wochen wollen die Arbeitnehmer den Bau des Kassenschlagers Mercedes-Benz E-Klasse drosseln, der Daimler aus der Absatzkrise helfen soll. Betriebsrat und Gewerkschaften kritisierten die Standortplanungen als "krasse Fehlentscheidung".

Dagegen verteidigte Daimler-Personalchef Wilfried Porth den Entschluss des Managements: "Aus strategischer und wirtschaftlicher Sicht ist die Verlagerung der Produktion der neuen Generation der C-Klasse von Sindelfingen nach Bremen und in die USA unabdingbar." Daimler mindere damit den Einfluss des schwachen Dollar und profitiere von geringeren Kosten bei Personal, Einfuhrzoll und Auslieferung, ergänzte Mercedes-Produktionschef Rainer Schmückle. Mit dem Ausbau des US-Werks in Tuscaloosa um bis zu 1200 auf 4000 Stellen könne Daimler ab 2014 die Schwellenländer und Nordamerika günstiger mit der C-Klasse bedienen: Ersparnis pro Fahrzeug 2000 Euro. In den USA kostet die C-Klasse mindestens 33.600 Dollar. Die Baureihe ist weltweit das meistverkaufte Pkw-Modell mit dem Stern. Gebaut wird das Mittelklasse-Fahrzeug außer in Sindelfingen noch in Bremen, Südafrika und in China.

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