Sonntag, 20. Januar 2019

Gescheitert Heideldruck verpatzt Fusion mit Manroland

Die geplante Fusion der Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck und Manroland ist nach Informationen von manager magazin vorerst gescheitert. Die geschäftliche Lage bei Heidelberger Druck sehe zu schlecht aus, als dass ein Zusammenschluss weiter erwogen werden könnte.

Frankfurt am Main/Hamburg - Die Manroland-Gesellschafter Allianz Capital Partners und MAN Börsen-Chart zeigen habe die Fusion abgesagt, nachdem Heidelberger Druck am Freitagabend einen hohen Verlust für das laufende Geschäftsjahr in Aussicht gestellt und keine Besserungstendenzen am Markt ausgemacht hatte, erfuhr manager magazin aus Kreisen.

Existenzkrise: Die angeschlagene Heideldruck scheitert bei der avisierten Fusion mit Manroland
Heidelberger Druckmaschinen
Existenzkrise: Die angeschlagene Heideldruck scheitert bei der avisierten Fusion mit Manroland
Manroland glaube, den Zusammenschluss mit dem Branchenführer aus Heidelberg seinen Kunden und Beschäftigten gegenüber derzeit nicht vertreten zu können. Das Konzept sei zwar gut, aber mit einem so schwachen Partner wie Heideldruck derzeit nicht zu finanzieren, hieß es weiter aus den Kreisen.

An der Börse brachen die Aktien von Heidelberger Druck Börsen-Chart zeigen um mehr als 20 Prozent ein. Das Unternehmen hatte am Freitagabend einräumen müssen, dass die Geschäftsentwicklung unter den eigenen Erwartungen liege. So waren im zweiten Geschäftsquartal (Juli bis September) die Bestellungen und der Umsatz weiter gefallen. Im Gesamtjahr rechnet das Unternehmen nun mit einem Betriebsverlust von 110 bis 150 Millionen Euro. Dabei hatte Konzernchef Bernhard Schreier bis vor kurzem noch von einer Bodenbildung gesprochen und die Erfolge des laufenden Sparprogramms angepriesen.

Nach Informationen von manager magazin kam die Order für das Stoppen der Gespräche vom Versicherungskonzern Allianz Börsen-Chart zeigen. Dessen Private-Equity-Gesellschaft Allianz Capital Partners hält 65 Prozent an Manroland und zwölf Prozent an Heidelberger Druck.

Während Manroland bislang ohne fremde Hilfe durch die Krise steuert, überleben die Heidelberger nur dank staatlicher Kredite und Bürgschaften.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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