Montag, 10. Dezember 2018

IG Metall Gewerkschaft gegen Schwarz-Gelb

Die IG Metall startet eine dreitägige Aktion - mit der Stoßrichtung, den Wahlsieg des schwarz-gelben Lagers zu vermeiden. Denn das habe "für jeden Arbeitnehmer negative Auswirkungen." Für eine bestimmte Partei wolle man aber nicht werben.

Frankfurt am Main - Mit einer dreitägigen Aktion unter dem Motto "Wählen gehen" will die IG Metall Unentschlossene zur Beteiligung an der Bundestagswahl am kommenden Sonntag bewegen. Dabei sollen die Beschäftigten in und vor den Betrieben direkt auf die Bedeutung jeder einzelnen Stimme angesprochen werden, sagte der Zweite IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel der Nachrichtenagentur AP. Die Aktion soll am Mittwoch starten und bis Freitag dauern.

IG Metall: Die Gewerkschaft des Vorsitzenden Berthold Huber warnt vor Schwarz-Gelb
Die IG Metall wolle dabei nicht für eine bestimmte Partei werben, sagte Wetzel, warnte aber zugleich erneut vor einer schwarz-gelben Koalition: "Bei einer Regierungsbeteiligung der FDP drohen bei Themen wie Kündigungsschutz, Mitbestimmung oder Leiharbeit erhebliche Verschlechterungen. Das hat für jeden Arbeitnehmer negative Auswirkungen." So ist laut Wetzel in den von der IG Metall vertretenen Branchen der Kündigungsschutz von 500.000 Arbeitnehmern in Gefahr, sollte sich die FDP mit ihren Forderungen durchsetzen.

"Wir wollen am Wahlsonntag eine arbeitnehmerfeindliche Koalition verhindern, dafür braucht es jede Stimme", sagte Wetzel. Die Menschen wollten vor allem eine gerechtere und sozialere Politik, wie eine Befragung der IG Metall ergeben habe. Nötig sei ein grundlegender Kurswechsel. Von der neuen Bundesregierung erwarte die IG Metall vor allem "Beschäftigungssicherung und die Bewältigung der Krise", sagte Wetzel. Der Arbeitsmarkt müsse zudem stärker reguliert werden: "Prekäre Beschäftigung muss der Vergangenheit angehören, dazu gehört die faire Gestaltung der Leiharbeit." Zudem müsse sich die Politik stärker um Themen wie Bildung, Ausbildung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kümmern. "Statt in Sonntagsreden über die Jugend zu sprechen, muss endlich etwas für sie getan werden."

Die größte deutsche Gewerkschaft wirbt auch mit einer Internet-Postkartenaktion für eine hohe Wahlbeteiligung. Auf großes Interesse stößt laut IG Metall ein Nachrichtenspot im Internet, der vor einer Kanzlerschaft von FDP-Chef Guido Westerwelle als Konsequenz von Wahlenthaltung warnt. Laut IG Metall wurde der Spot binnen einer Woche rund 900.000 Mal angeklickt.

manager-magazin.de mit Material von ap

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