Mittwoch, 20. Februar 2019

Eröffnung der IAA Merkel will deutsche Führung beim E-Auto

Zur Eröffnung der Automobilmesse in Frankfurt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel an die deutschen Autobauer appelliert, ihre technische Führungsposition zu verteidigen. Berlin werde helfen, Deutschland international an der Spitze zu halten. Die Opel-Rettung verteidigte Merkel ausdrücklich.

Frankfurt am Main - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der deutschen Autobranche Unterstützung bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien in Aussicht gestellt. Es gehe darum, das Potenzial Deutschlands als Automobilnation des 21. Jahrhunderts so weit wie möglich auszuschöpfen, sagte Merkel am Donnerstag zur Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt.

Sie schlage vor, sich nach der Bundestagswahl mit Vertretern der Industrie zusammenzusetzen, um darüber zu reden, was die Bundesregierung tun könne, um dieses nationale Anliegen voranzutreiben.

Merkel mahnte die Autohersteller an, beim Zukunftsthema Elektroauto mit der ausländischen Konkurrenz mitzuhalten. Vor allem bei der Batterietechnologie - dem "Jackpot" für die Elektroauto-Entwicklung - gebe es starke Konkurrenz aus Asien. Schlüsselfragen seien zum Beispiel auch Standards für Stecker zum Aufladen von Elektroautos.

"Ich kann uns nur raten: Wenn asiatische Märkte die Führungsrolle übernehmen und wir die Hoheit über die Normierung verlieren, dann gehen uns auch die Märkte verloren", sagte Merkel. Bei der diesjährigen IAA stehen Elektroautos als wahrscheinlichste Zukunftstechnologie im Mittelpunkt.

Merkel bekräftigte zugleich ihre Unterstützung für die deutsche Autobranche in deren Klimaschutzdiskussion mit der EU-Kommission. "Es kann nicht sein, dass wir in einer freien Welt die Größe des Autos vorschreiben", sagte Merkel mit Blick auf europäische Umweltauflagen, die Herstellern von Wagen mit einem hohen Spritverbrauch in einigen Jahren hohe Strafen bringen können. "Würde es die Hersteller von großen Autos nicht geben, wäre die Innovation bei den kleinen nicht so schnell durchzusetzen." Die meisten deutschen Hersteller wie Daimler Börsen-Chart zeigen oder BMW Börsen-Chart zeigen sind sogenannte Premiumautobauer, die vor allem große Wagen mit größeren Motoren herstellen.

Zuvor hatte schon der Präsident des Branchenverbandes und IAA-Veranstalters VDA, Matthias Wissmann, vor einer Benachteiligung der Industrie durch europäische Umweltauflagen gewarnt. Die Autoindustrie hoffe, dass die EU die Balance zwischen Industriepolitik und Klimaschutz finde. Das Problem müsse weltweit angegangen werden, es dürfe keine Sonderlasten nur in einem Erdteil geben. Die EU will, dass europäische Neuwagen zum Jahr 2015 im Schnitt maximal 120 Gramm des Klimakillers Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausstoßen. Im vergangenen Jahr lag der Durchschnittswert noch bei gut 150 Gramm.

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