Sonntag, 30. April 2017

Bank of America Schwere Niederlage vor Gericht

Es wird eng für die BoA-Chef Kenneth Lewis: Im Streit um Milliardenboni für Manager der übernommenen Investmentbank Merrill Lynch hat ein US-Richter einen Vergleich abgelehnt. Nun könnte es zum Prozess kommen. Der Bank droht neben hohen finanziellen Risiken weiterer Imageschaden.

New York - Schwere Niederlage für die Bank of America Börsen-Chart zeigen in der Affäre um Milliardenboni für Manager der übernommenen Investmentbank Merrill Lynch. Ein New Yorker Bundesrichter hat am Montag einen millionenschweren Vergleich der Bank mit der US-Börsenaufsicht SEC zurückgewiesen. Nun könnte es zum Prozess kommen. Der Bank droht neben hohen finanziellen Risiken weiterer Imageschaden.

Vergleich abgelehnt: Bank of America in New York
Der Finanzkonzern hatte nach Ansicht der SEC seine Aktionäre im Zuge der 3,6 Milliarden Dollar schweren Bonuszahlungen in die Irre geführt. Im Rahmen eines Vergleichs sollten die Vorwürfe gegen eine Zahlung von 33 Millionen Dollar (22,6 Millionen Euro) fallengelassen werden, ohne dass die Bank eine Schuld eingestehen musste.

Diese Einigung lehnte Richter Jed Rakoff ab. Sie sei im öffentlichen Interesse weder "fair noch angemessen". Rakoff bemängelte, dass sich die Bankmanager mit dem Vergleich ungestraft aus der Affäre ziehen könnten. Es verstoße gegen das Grundverständnis von Gerechtigkeit, dass nun die Aktionäre über die Zahlung des Unternehmens auch noch die Strafe für das Fehlverhalten aufbringen sollten. Das Nein des Richters ist ungewöhnlich. In der Regel gehen viele Vergleiche der SEC mit Unternehmen vor Gericht glatt durch. Spätestens bis zum 1. Februar 2010 soll jetzt der Prozess beginnen.

Konkret hatte die SEC die Informationspolitik der Bank zu den Bonuszahlungen beanstandet. Der Konzern hatte seinen Aktionären versichert, Merrill dürfe ohne grünes Licht der neuen Mutter keine Boni auszahlen. In Wirklichkeit hatte die Bank of America dies aber laut SEC dem Merrill-Management schon zugesagt.

Für den ohnehin in der Kritik stehenden Konzernchef Kenneth Lewis bedeutet der anstehende Prozess zusätzlich Ärger. Er hatte sich bei der 50 Milliarden Dollar schweren Übernahme im vergangenen Jahr finanziell verhoben. Die Bank of America befindet sich wegen der Übernahme von Merrill Lynch unter besonderer Beobachtung des New Yorker Generalstaatsanwalts Andrew Cuomo. Bis Montag sollte die Bank Cuomo weitere Informationen über die Fusion bereitstellen. Anderenfalls kann es zu Betrugsklagen gegen die Firmenleitung kommen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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