Dienstag, 11. Dezember 2018

Kommunalwahlen SPD bejubelt Siege in großen NRW-Städten

Die größten und symbolträchtigen Städte in Nordrhein-Westfalen werden künftig von SPD-Oberbürgermeistern regiert. In Köln löst SPD-Kandidat Jürgen Roters nach der Kommunalwahlen vom Sonntag den bisherigen CDU-OB Fritz Schramma ab.

Düsseldorf - Auch der OB-Posten in Essen geht nach mehrjähriger CDU-Regierung wieder an die SPD. Dortmund wird mit Ullrich Sierau weiter von der SPD regiert. In anderen Städten wie Aachen, Leverkusen und Hagen müssen die bisherigen SPD-Oberbürgermeister ihre Sessel dagegen für die CDU- Herausforderer räumen.

Machtwechsel: In Köln setzte sich der SPD-Politiker Jürgen Roters mit 55 Prozent klar gegen Peter Kurth von der CDU durch
In Köln setzte sich der SPD-Politiker Roters mit 55 Prozent klar gegen Peter Kurth von der CDU durch, für den 34,5 Prozent der Wähler stimmten. Damit stellen die Sozialdemokraten nach zehn Jahren wieder den Rathauschef in der größten Stadt Nordrhein-Westfalens. Der bisherige Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) war nicht wieder angetreten. Er hatte damit die Konsequenzen aus der Kritik an seinem Krisenmanagement nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs gezogen.

In Dortmund - der "Herzkammer der Sozialdemokratie" - stellt die SPD auch künftig den Oberbürgermeister. Nach Angaben der Stadt erhielt der 53-jährige Sierau 45,5 Prozent. Auf den parteilosen Kandidaten von CDU und FDP, Joachim Pohlmann, entfielen 36,2 Prozent. Sierau löst den bisherigen SPD-OB Gerhard Langemeyer ab, der seit 1999 regierte und nicht wieder antrat.

SPD erobert Essener Rathaus zurück

In der Ruhrmetropole Essen holte sich die SPD nach einem CDU- Intermezzo das Oberbürgermeisteramt zurück. Der Sozialdemokrat Reinhard Paß setzte sich mit 46,1 Prozent gegen CDU-Kandidat Franz- Josef Britz durch (35,5 Prozent). Die SPD hatte von 1956 bis 1999 ohne Unterbrechung das Stadtoberhaupt gestellt.

Auch Bielefeld hat künftig einen SPD-OB. Peter Clausen löst Amtsinhaber Eberhard David (CDU) ab, der nicht mehr antrat. Nach Angaben der Stadt erhielt Clausen 43,3 Prozent der Stimmen, sein CDU- Kontrahent Bernd Landgraf bekam 40,2 Prozent. In der Ruhrgebietsstadt Mülheim wurde SPD-Kandidatin Dagmar Mühlenfeld (SPD) mit 43,1 Prozent wiedergewählt.

In Bonn stellt die SPD weiter den Oberbürgermeister. Ihr Kandidat Jürgen Nimptsch tritt die Nachfolge der populären Bärbel Dieckmann (SPD) an, die nach 15 Jahren im Amt nicht wieder kandidiert hat. Nach Auszählung von 190 von 230 Stimmbezirken entfielen auf Nimptsch knapp 42 und auf Christian Dürig CDU (CDU) knapp 35 Prozent.

CDU gewinnt in Aachen

In anderen Städten jagte dagegen das "schwarze Lager" der SPD die OB-Posten ab. Aachen geht nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen knapp an die CDU. Auf den CDU-Kandidaten Marcel Philipp entfielen nach Auszählung von 191 der 195 Stimmbezirke knapp 43 Prozent, auf den SPD-Kandidaten Karl Schultheis knapp 41 Prozent. Der amtierende Aachener Oberbürgermeister Jürgen Linden (SPD) war nach 20 Jahren nicht wieder angetreten.

Im bisher SPD-regierten Leverkusen wurde Reinhard Buchhorn, der gemeinsame Kandidat von CDU und FDP, mit 39,9 Prozent ganz knapp gewählt. Der SPD/Grüne-Kandidat Ernst Küchler kam auf 39 Prozent. In Hagen setzte sich der CDU-Kandidat Jörg Dehm mit 39,5 Prozent der Stimmen gegen Jochen Weber von der SPD durch. Der bisherige SPD- Amtsinhaber Peter Demnitz war nicht mehr angetreten. In Krefeld gewann in einer Zitterpartie CDU-Amtsinhaber Gregor Kathstede mit 39,59 Prozent hauchdünn vor seinem SPD-Herausforderer Ulrich Hahnen, der auf 39,12 Prozent kam.

In der Stahlstadt Duisburg bleibt der amtierende Oberbürgermeister Adolf Sauerland von der CDU im Amt. Sauerland kam auf 44,4 Prozent der Stimmen, sein Herausforderer von der SPD, Jürgen C. Brandt, auf 38,34 Prozent. In der bergischen Stadt Wuppertal bleibt Peter Jung (CDU) Oberbürgermeister. Auf den Amtsinhaber entfielen 47,6 Prozent, Herausforderer Dietmar Bell von der SPD kam auf 30,76 Prozent.

Insgesamt wurden in NRW 22 von 23 Oberbürgermeistern gewählt. Der erst vor einem Jahr neu besetzte Düsseldorfer OB-Posten stand nicht zur Wahl.

manager-magazin.de mit Material von dpa

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH