Sonntag, 23. September 2018

Deutsche Unternehmen Familienfirmen im Aufwind

Der Anteil der Familienunternehmen an den hiesigen Topunternehmen hat zugenommen. Experten haben ermittelt, dass sich mittlerweile 41 Familienbetriebe unter den hundert umsatzstärksten Konzernen Deutschlands befinden. Das ist deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Und ihr Vormarsch gilt als noch nicht beendet.

Stuttgart - Der Anteil der Familienunternehmen unter den 100 größten Unternehmen in Deutschland ist einer Untersuchung zufolge in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2008 waren 41 der 100 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland Familienunternehmen, wie aus einer Analyse der Stuttgarter Anwaltskanzlei Binz & Partner hervorgeht. Vor vier Jahren lag ihr Anteil noch bei rund einem Drittel, wie es in der Untersuchung hieß.

Familienunternehmen Haniel: Mehrheitsaktionär des größten deutschen Einzelhandelshauses Metro
Grund für den Vormarsch: "Familienfirmen haben in den Boomjahren stärker zugelegt als etwa börsennotierte Werte. Außerdem gab es Übernahmen, durch die Familienunternehmen weiter an Bedeutung gewonnen haben", sagte Mark Binz, der die Familienunternehmen mit börsennotierten Gesellschaften verglichen hat.

Die schief gegangenen Übernahmenversuche prominenter deutscher Familienunternehmen aus dem laufenden Jahr würden an dem Ergebnis nichts ändern. Dazu zählt beispielsweise der Versuch des Porsche-Clans, Volkswagen Börsen-Chart zeigen unter Kontrolle zu bringen. Und die skandalumwitterte Übernahme der Continental Börsen-Chart zeigen durch die bisher familieneigene Schaeffler-Gruppe. Ebenso beeinflussten die Schieflagen von Arcandor Börsen-Chart zeigen oder der Merckle-Gruppe das Ergebnis nachhaltig.

Im Gegenteil: Die große Mehrheit der von Familienclans oder Unternehmern geführten Konzerne trotze den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. "Die relative Stärke der großen deutschen Familienunternehmen wird in der Krise im Vergleich zu anderen Unternehmensformen eher noch zunehmen", sagte Binz.

Im Jahr 2008 standen die 41 größten deutschen Familienunternehmen alleine für rund 700 Milliarden Euro an Umsatz und 2,6 Millionen Beschäftigte, erklärte Binz. Es handelt sich um Firmen wie Aldi, Bertelsmann, BMW Börsen-Chart zeigen , Metro Börsen-Chart zeigen oder die Schwarz-Gruppe.

Nach den Familienunternehmen als größte Gruppe unter den hundert Topadressen der deutschen Wirtschaft folgen Publikumsgesellschaften wie Daimler Börsen-Chart zeigen oder Siemens Börsen-Chart zeigen mit 27 Unternehmen, daran schließen sich Tochterunternehmen ausländischer Konzerne (18), staatliche oder halbstaatliche Unternehmen (8) sowie genossenschaftlich organisierte Firmen (6) an.

manager-magazin.de mit Material von ap

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