Sonntag, 21. Oktober 2018

Autofusion VW will mit Porsche an die Weltspitze

Nach der Übernahme von Porsche gibt sich Volkswagen-Chef Martin Winterkorn angriffslustig. Der integrierte Autokonzern sei in der Lage, Toyota von der Weltspitze zu verdrängen. Zunächst will Winterkorn Synergien im Wert von drei Milliarden Euro heben und das Kapital um vier Milliarden erhöhen - diese Ankündigung schmeckt VW-Anlegern nicht.

Wolfsburg - Der neue VW-Porsche-Konzern strebt mit Macht an die Weltspitze in der Automobilindustrie. "Der Konzern hat sicher das Zeug dazu, die Nummer eins zu werden", sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Freitag in Wolfsburg. Der Konzern habe eine beispiellose Modellpalette, globale Präsenz und höchste Technologiekompetenz. Der weltgrößte Autobauer ist bislang Toyota Börsen-Chart zeigen.

Große Pläne: VW-Chef Winterkorn will Toyota angreifen
Volkswagen Börsen-Chart zeigen wird sich im Zuge der Verschmelzung mit Porsche an einer neuen Porsche-Holding mit 42 Prozent beteiligen. Dafür zahlt VW bis zu 3,3 Milliarden Euro. Für das österreichische Autohandelsgeschäft von Porsche mit Sitz in Salzburg zahlt VW rund drei Milliarden Euro. Das Zusammengehen ist nach Einschätzung des Bundeskartellamts nicht anmeldepflichtig.

Bis 2011 dürfte Porsche Börsen-Chart zeigen dann als zehnte Marke im VW-Konzern aufgehen. Der neue Name des Autokonzerns steht noch nicht fest. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, sagte Winterkorn. Zuvor hatte er den traditionsreichen Namen Auto Union ins Spiel gebracht.

Die bei Volkswagen geplante Kapitalerhöhung zur Refinanzierung der Beteiligung an Porsche soll ein Volumen von rund vier Milliarden Euro haben, sagte VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch. Die Zustimmung der Aktionäre solle auf einer außerordentlichen Hauptversammlung bis Ende des Jahres eingeholt werden.

Am Donnerstag hatten VW und Porsche eine Grundlagenvereinbarung geschlossen. Die Familien Piëch und Porsche blieben größter VW-Aktionär, sagte Winterkorn. Der genaue Anteil steht noch nicht fest. Dazu "können wir nichts Konkretes sagen", erklärte Pötsch.

Das Emirat Katar werde der dritte VW-Großaktionär neben dem Land Niedersachsen. Zum geplanten Anteil von Katar sagte Pötsch, er werde "leicht unter" dem 20-Prozent-Anteil von Niedersachsen liegen. Die VW-Mitarbeiter sollen einen Anteil zwischen einem und 5 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen halten. In welcher Form dies geschehen soll, stehe noch nicht fest, sagte der VW-Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh am Freitag in Wolfsburg. Pötsch sagte, die Porsche-Vorzugsaktien würden in VW-Vorzugsaktien umgewandelt.

Den Einstieg von Volkswagen bei Porsche bezeichnete Betriebsratschef Osterloh als großen Sieg der Belegschaft: "Wir haben es verhindert, dass wir nach Heuschreckenmanier geschluckt und zerschlagen werden." Die Belegschaft habe die Angriffe von Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und die Unternehmenskultur abgewehrt. "Es hat sich gelohnt, wir waren auf ganzer Linie erfolgreich."

Volkswagen bleibt laut Finanzvorstand Pötsch nach dem Einstieg bei Porsche "finanziell und strategisch voll handlungsfähig". Der VW-Chefkämmerer sagte am Freitag in Wolfsburg: "Wir wissen, worauf wir uns einlassen." Porsche werde die Ertragskraft des VW-Konzerns deutlich stärken. Das operative Ergebnis werde jährlich um 700 Millionen Euro steigen. Die Synergien entsprechen laut Pötsch einem Barwert von drei Milliarden Euro. "Porsche und VW machen einen großen Schritt in Richtung Weltspitze."

Geplante VW-Kapitalerhöhung belastet die Aktie

Die Verhandlungen über den Erwerb von VW-Optionen, die Porsche hält, durch das Emirat Katar seien "weit gediehen". Dennoch sehen Experten noch manches Fragezeichen. Zwar hätte die jetzt vorliegende Vereinbarung zwischen VW und Porsche "viel Licht in das ganze Dunkel hineingeführt", sagte Thilo Müller, Fondsmanager bei MB Fund Advisory.

Da die Modalitäten des Einstiegs von Katar unklar seien, bestünde weiterhin die Möglichkeit, dass die Stämme durch eine Reduzierung des Streubesitzes auf unter 10 Prozent aus dem Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen fielen. In diesem Fall würden die VW-Vorzugsaktien in den Leitindex aufrücken und damit deutlich aufgewertet. "Dann wäre die geplante Kapitalerhöhung fast ein Selbstläufer." Ohne den zusätzlichen Dax-Anreiz sieht Müller aber kaum einen Grund für Aktionäre, die neuen Vorzüge zu zeichnen.

Die VW-Stammaktien Börsen-Chart zeigen verloren bis zum Nachmittag rund 7 Prozent auf 21o Euro, die nicht im Dax notierten Vorzüge Börsen-Chart zeigen fielen noch stärker um 8,4 Prozent auf 55,10 Euro. VW will zur Finanzierung der Porsche-Beteiligung neue Vorzüge ausgeben. "Die Details des Deals sind ganz klar eine positive Überraschung für die Porsche-Aktionäre", stellte Tim Schuldt vom Brokerhaus Equinet fest.

Das VW-Angebot scheine höher zu sein, als es sich im Aktienkurs von Porsche widerspiegelt, erklärten auch die Analysten von JP Morgan. Entsprechend zogen Porsche-Aktien Börsen-Chart zeigen zeitweise um bis zu 15 Prozent an. Zuletzt betrug das Plus noch rund 10 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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