Samstag, 10. Dezember 2016

Nabucco-Projekt Neuer Job für Joschka Fischer

Deutschlands ehemaliger Außenminister Joschka Fischer soll nach Informationen von manager magazin künftig das europäisch-zentralasiatische Erdgasprojekt Nabucco politisch unterstützen. Er hat dazu einen Beratervertrag mit einer sechsstelligen Vergütung abgeschlossen.

Hamburg - Der frühere Außenminister und Spitzenpolitiker der Grünen, Joschka Fischer, hat eine neue Aufgabe, berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (26. Juni) im Handel erhältlich ist. Fischer soll das Gasprojekt Nabucco politisch und PR-mäßig vorantreiben. Er habe dazu einen Beratervertrag in sechsstelliger Größenordnung verhandelt, erfuhr manager magazin von Insidern.

Neue Aufgabe: Ex-Außenminister Fischer trommelt künftig für das Nabucco-Projekt
Der Name Nabucco steht für ein zentrales Zukunftsprojekt der europäischen Energieversorgung. Vom Kaspischen Meer aus soll eine 3300 Kilometer lange Pipeline Erdgas nach Westeuropa transportieren, durch die Transitstaaten Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn.

Das Vorhaben ist politisch hochbrisant, weil es auf eine vom Hauptlieferanten Russland unabhängige Gasversorgung abzielt und von den Russen entsprechend torpediert wird. Zudem verfolgen die beteiligten Staaten auch eigene Interessen, die das Projekt immer mal wieder verzögern. Die endgültige Investitionsentscheidung soll nun 2010 fallen.

Fischer soll in seiner neuen Rolle nach Informationen von manager magazin vor allem die Türkei bei Laune halten. Die betrachte Nabucco als eine Art Faustpfand, um die EU-Beitrittsverhandlungen zu beschleunigen. Fischer genießt in der Türkei ein hohes Ansehen, nicht zuletzt, weil er einem EU-Beitritt stets aufgeschlossen gegenübergestanden hat.

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