Freitag, 16. November 2018

Krisenticker EZB entscheidet über Zinsen

Die EZB tritt zu ihrer Ratssitzung in Frankfurt zusammen. US-Notenbankpräsident Ben Bernanke weist Angela Merkels Kritik an der US-Notenbankpolitik zurück. Ein US-Gericht hat den Chrysler-Verkauf an Fiat gestoppt. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.31 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) tritt am Donnerstag zu ihrer routinemäßigen Ratssitzung in Frankfurt am Main zusammen. Beobachter erwarten nach der letzten Zinssenkung Anfang Mai von dieser Sitzung keine weitere Lockerung der geldpolitischen Zügel im Euro-Raum. Die Währungshüter hatten wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise den Leitzins in den vergangenen Monaten in sieben Schritten auf mittlerweile 1 Prozent gesenkt.

22.01 Uhr: Enttäuschende Konjunkturdaten haben die New Yorker Aktienbörsen belastet und einen viertägigen Aufwärtstrend gestoppt. Der Anstieg der Öl-Lagerbestände lastete auf Aktien der Energiebranche. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen fiel bis zum Handelsschluss um 0,7 Prozent auf 8676 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 1,4 Prozent auf 931 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Börsen-Chart zeigen verlor 0,6 Prozent auf 1825 Stellen.

20.55 Uhr: US-Notenbankpräsident Ben Bernanke hat die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Politik der Federal Reserve zurückgewiesen. "Bei allem Respekt, ich teile ihre Ansichten nicht", sagte der Fed-Chef in einer Anhörung vor dem Kongress. Die Wirtschaft habe der außergewöhnlichen Verzwickung einer Finanzkrise gegenüber gestanden. In so einem Fall müssten deutliche Maßnahmen ergriffen werden, um Schlimmeres zu verhindern. Merkel hatte die Vollmachten der Fed und der Bank of England für den massiven Ankauf von Staatsanleihen kritisiert.

20.05 Uhr: Der Fußball-Weltverband Fifa hat im Vorjahr gut gewirtschaftet und trotz der globalen Wirtschaftskrise dreistellige Millionengewinne gemacht. Im Jahr 2008 wurden 184 Millionen Dollar Profit erwirtschaftet, teilte die Fifa mit. Das Anlagevermögen wurde von der Fifa mit 1,6 Milliarden Dollar beziffert.

19.41 Uhr: Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) hat Vergütungsregeln für Bankmanager vorgeschlagen. Banken sollten Anreize für unangemessene Risiken vermeiden und nachhaltiges Wirtschaften in den Vordergrund stellen, empfahl die Finma in einem am Mittwoch veröffentlichten Papier. Konkret schlägt die Finma vor, Boni an die Manager erst nach einer Sperrfrist von drei Jahren auszuzahlen. Auch Mali, also Strafzahlungen bei schlechter Geschäftsentwicklung, müssten eingeführt werden.

18.39 Uhr: Ein US-Berufungsgericht hat den geplanten Verkauf der meisten Vermögenswerte des insolventen amerikanischen Autobauers Chrysler an Fiat Börsen-Chart zeigen vorerst gestoppt. Gegen den Verkauf hatten drei Fonds aus dem US-Staat Indiana geklagt, darunter Pensionsfonds für Polizisten und Lehrer, die zu den Chrysler-Gläubigern gehören und sich ungerecht behandelt fühlen. Damit haben sich die Hoffnungen von Chrysler zerschlagen, den Verkauf bis zum Wochenende über die Bühne zu bringen.

Krisenverlierer: Parex Bank in Riga
18.00 Uhr: Nach enttäuschenden US-Konjunkturdaten haben die Anleger am Mittwoch an den europäischen Aktienmärkten Kasse gemacht. Der Dax fiel im Xetra-Handel um 1,7 Prozent auf 5054 Punkte. Auch die meisten anderen europäischen Länderindizes gaben nach. Der Stoxx50 und der EuroStoxx50 rutschten um je rund zwei Prozent ab.

17.33 Uhr: Lettland droht eine Abwertung seiner Währung. Die lettische Regierung scheiterte mit dem Versuch, Staatsanleihen an Investoren zu verkaufen. Das nährte Spekulationen an den Finanzmärkten, das einst boomende Land im Baltikum müsse seine Währung, den Lat, bald abwerten. Dies würde vor allem skandinavische Banken treffen, die stark in der Region engagiert sind. Die lettische Regierung geht in diesem Jahr von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um deutlich mehr als 10 Prozent aus.

16.55 Uhr: Die Krise auf den Arbeitsmärkten könnte nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) noch bis zu acht Jahre dauern. ILO-Generaldirektor Juan Somavia sagte in Genf, Politiker in aller Welt hätten sich bislang nicht genügend um die menschlichen und sozialen Folgen dieser Entwicklung gekümmert. Somavia erläuterte, dass bis zum Jahr 2015 rund 300 Millionen neue Arbeitsplätze gebraucht würden, nur um alle bis dahin zusätzlich zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte zu versorgen. "Die Welt steht einer Arbeits- und Sozialkrise von sechs bis acht Jahren Dauer gegenüber", sagte Somavia bei der Eröffnung der jährlichen Konferenz der UN-Arbeitsagentur.

16.45 Uhr: Beim Fertighausbauer Kampa ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Wie das Unternehmen mitteilte, ist per Beschluss des Amtsgerichts Aalen der Heidelberger Rechtsanwalt Werner Schreiber zum Insolvenzverwalter bestellt worden. Schlechte Nachrichten gibt es für Aktionäre von Europas nach eigenen Angaben führendem Fertighausbauer. Vor knapp drei Monaten war die Zahlungsunfähigkeit der Firma bekanntgeworden.

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