Mittwoch, 21. November 2018

Korruptionsskandal MAN plant Amnestie für Beschäftigte

Zur Aufklärung seiner Schmiergeldaffäre setzt der MAN-Konzern auf interne Kronzeugen. Im Gegenzug zu Informationen betroffener Mitarbeiter will das Unternehmen auf Schadensersatzforderungen oder Kündigungen verzichten. Auch die Staatsanwaltschaft könne die Hilfsbereitschaft honorieren, heißt es.

München - Der Vorstand des Nutzfahrzeugherstellers MAN hat ein Amnestieprogramm für seine Mitarbeiter aufgelegt. Bei Beschäftigten, die zur Aufklärung der Schmiergeldaffäre beitragen, soll von möglichen Schadensersatzforderungen oder Kündigungen abgesehen werden, wie der Konzern am Montag in München mitteilte. Die "Süddeutsche Zeitung" (Montagausgabe) hatte bereits über derartige Planungen berichtet.

MAN-Zentrale: Informationen zur Affäre werden belohnt
Die Amnestie gilt zwischen Mitarbeitern und Unternehmen. Vor eventuellen strafrechtlichen Folgen schütze sie nicht, hieß es. Die Staatsanwaltschaft begrüße aber eine uneingeschränkte Kooperation und werde dies "im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei auskunftswilligen Mitarbeitern positiv berücksichtigen". Mitarbeiter können bis 16. Juni ihre Teilnahme an dem Programm beim Ombudsmann der MAN-Gruppe anmelden.

In dem Schmiergeldskandal gibt es inzwischen weit über 100 Beschuldigte. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München soll es bei der MAN Nutzfahrzeuge AG ein illegales System zur Förderung des Absatzes von Lkw und Bussen gegeben haben. Nach bisherigen Angaben von MAN geht es bei den Vorwürfen um etwa eine Million Euro in Deutschland und mehrere Millionen Euro im Ausland.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ddp

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH