Montag, 19. November 2018

Hypo Real Estate Kapitalquote fällt unter Mindestgrenze

Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) hat im vergangenen Jahr wie erwartet tiefrote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich sei ein Verlust von 5,461 Milliarden Euro angefallen, teilte die Bank am Samstagabend in München mit.

Milliardengrab: Die HRE meldet einen Rekordverlust von 2008
München - Auch für dieses und nächstes Jahr sieht es bei der HRE kaum besser aus. "Mindestens für die nächsten beiden Jahre ist mit einer Verlustsituation zu rechnen", sagte Vorstandschef Axel Wieandt laut Mitteilung.

Vor Steuern lag das Minus bei 5,375 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte die HRE auf vergleichbarer Basis noch 862 Millionen Euro verdient. Bemerkbar machte sich vor allem die Misere bei der irischen Tochter Depfa.

Bereits im dritten Quartal hatte die HRE die Geschäfts- und Firmenwerte der Depfa abgeschrieben. Vor allem die Probleme der Tochter im Zuge der internationalen Finanzmarktkrise hatten für die Schieflage der Bank gesorgt.

Kapitalquote fällt auf 3,4 Prozent

Die Kernkapitalquote der HRE sank von 8,7 Prozent im Vorjahr auf 3,4 Prozent und damit unter die regulatorische Mindestgrenze. Streng genommen müsste die Finanzaufsicht BaFin die HRE damit dichtmachen.

Das Jahresergebnis 2008 wurde in die Berechnung zunächst aber noch nicht einbezogen, so dass die Quote noch bei 6,2 Prozent lag.

Nun muss der Staat weiteres Geld nachschießen. Die HRE gab am Samstag bekannt, dass der Bankenrettungsfonds Soffin zunächst mit 8,7 Prozent bei der HRE einsteigt und anschließend die vollständige Kontrolle anstrebt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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