Freitag, 16. November 2018

Verstaatlichung geplant Bund steigt bei Hypo Real Estate ein

Rettungsversuch in höchster Not: Der Bund steigt bei der maroden Hypo Real Estate ein. In einem ersten Schritt wird der Bankenstabilisierungsfonds Soffin über eine Kapitalerhöhung 8,7 Prozent der Anteile erwerben. Angestrebt wird dann die "vollständige Kontrolle" über die HRE, die 2008 einen Verlust von 5,4 Milliarden Euro einfuhr.

Berlin/München - Wie die Bank am Samstagabend in einer Pflichtmitteilung für die Anleger mitteilte, wird der Bankenrettungsfonds Soffin in einer Kapitalerhöhung um 60 Millionen Euro rund 20 Millionen HRE-Aktien zeichnen. Das Institut machte 2008 einen Rekordverlust von mehr als fünf Milliarden Euro.

Einstieg: Der Bund erwirbt zunächst für 60 Millionen Euro 8,7 Prozent an der HRE und strebt später die vollständige Kontrolle an. Die HRE hat 2008 einen Verlust von fünf Milliarden Euro eingefahren
Mit dem Kauf der 20 Millionen HRE-Aktien für den gesetzlich geringst möglichen Preis von drei Euro je Papier werde der Soffin künftig mit 8,7 Prozent an dem Finanzinstitut beteiligt sein, teilte die Hypo Real Estate Börsen-Chart zeigen am Abend mit. Die bisherigen Aktionäre bleiben damit vorerst im Besitz ihrer Papiere.

Die Teilübernahme ist jedoch nur der erste Schritt zu einer geplanten vollständigen Verstaatlichung, wie aus der Erklärung hervorgeht: Voraussetzung für die beabsichtigte Rekapitalisierung der HRE-Gruppe sei der "Erwerb der vollständigen Kontrolle durch den Soffin oder den Bund über die Hypo Real Estate Holding AG", heißt es darin.

Von Mitteln der Verstaatlichung Gebrauch machen

Hierzu sei beabsichtigt, von den Handlungsmöglichkeiten Gebrauch zu machen, die das derzeit noch im Gesetzgebungsverfahren befindliche Finanzmarktstabilisierungsgesetz eröffnen werde. Der Bundestag hatte am 20. März grundsätzlich den Weg zur Verstaatlichung angeschlagener Banken frei gemacht.

Der Vorstand der HRE äußerte sich am Samstag positiv über die Absichtserklärung des Soffin. Mit der beabsichtigten Kapitalunterstützung schaffe der Bund die Voraussetzung für den Fortbestand der Hypo Real Estate Group, erklärte der HRE-Vorstandsvorsitzende Axel Wieandt.

5,4 Milliarden Euro Verlust im Jahr 2008

Die HRE-Bank steckt tief in den roten Zahlen. Wie aus der Ad-hoc-Mitteilung außerdem hervorgeht, machte das Institut im Jahr 2008 einen Rekordverlust von 5,461 Milliarden Euro nach Steuern.

Auch das Ergebnis der nächsten Jahre werde deutlich belastet sein durch Aufwendungen für Liquiditätsunterstützungen und die Neuausrichtung der Gruppe, erklärte Wieandt.Die mittelfristige strategische Perspektive beurteilte er auch mit Blick auf die Unterstützung durch den Soffin positiv.

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