Mittwoch, 19. Dezember 2018

Happy Digits Auch Karstadt steigt aus

Kaum hat der Warenhändler Karstadt das Bonusprogramm Happy Digits komplett übernommen, steigt er auch schon wieder aus. Das Unternehmen will eine eigene Kundenkarte einführen. Wie es mit Happy Digits weitergeht, ist unklar. Erst im Januar hatte die Deutsche Telekom ihren Mehrheitsanteil an Karstadt abgegeben.

Essen - Deutschlands größtes Warenhausunternehmen Karstadt und die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen steigen als Schwergewichte aus dem Bonusprogramm Happy Digits aus. Der Vertrag als Systempartner von Happy Digits sei zum Ende Februar 2009 gekündigt worden, sagte ein Karstadt-Sprecher am Freitag. Er bestätigte damit Informationen der "Lebensmittel Zeitung".

Bonuskarten: Karstadt will ein eigenes Programm entwickeln
Ab dem 1. März gelte bei Karstadt eine neue Kundenkarte. Zuvor hatte bereits die Deutsche Telekom ihren Rückzug aus HappyDigits mitgeteilt. Happy Digits erreicht nach eigenen Angaben 21 Millionen Haushalte. Verbraucher können beim Einkauf gesammelte Punkte in Sachprämien eintauschen. Happy Digits ist neben dem Konkurrenten Payback eines der führenden Kundenbindungsprogramme im deutschen Einzelhandel.

Zur Zukunft von Happy Digits soll es Gespräche geben. Über die Fortsetzung des Programms verhandele die Geschäftsführung des Betreibers CAP mit den verbliebenen Partnern, erklärte der Karstadt- Sprecher. Das Ziel sei die Weiterentwicklung des Programms. Mitte Januar hatte Karstadt - wie von manager magazin vorab berichtet - den 51-Prozent-Anteil der Deutschen Telekom an CAP übernommen und ist seitdem alleiniger Besitzer der Customer Advantage Program GmbH (CAP) in Köln.

Bei CAP haben die Karstadt-Manager Miguel Müllenbach, Ivo Kai Kuhnt und Michael Hennschen die Geschäftsführung übernommen. Systempartner von Happy Digits sind derzeit weiterhin unter anderem die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann, der Autovermieter Sixt und das Versandhaus Quelle.

"Ohne die größten Partner werden wir das Geschäftsmodell einer kritischen Überprüfung unterziehen", kündigte ein Sprecher des Happy-Digits-Partners Neckermann an. Der Einzelhändler Runners Point hat nach eigenen Angaben keine Ausstiegsklausel aus seinem bis Ende 2010 laufenden Vertrag als Systempartner von Happy Digits. "Wir bleiben weiter Bonuspartner", teilte eine Sprecherin auf Anfrage am Freitag mit. Die Hotelkette Best Western hat ebenfalls noch keine genauen Informationen, wie das Bonusprogramm weitergeführt werden soll. "Bei einem Stopp würden wir uns nach einem anderen Partner umschauen", erklärte eine Unternehmenssprecherin am Freitag.

Nach dem Fall des Rabattgesetzes im Juli 2001 erlebten Kundenbindungsprogramme einen großen Aufschwung. Allerdings gab es auch Kritik von Verbraucherschützern: Für Prämien seien sehr hohe Umsätze erforderlich. Auch der Datenschutz war ein großes Thema. Größter Konkurrent von Happy Digits ist Payback, der nach eigenen Angaben ebenfalls mehr als 20 Millionen Haushalte erreicht.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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