Donnerstag, 15. November 2018

Modekette Metro verkauft Adler-Märkte

Der Handelskonzern Metro trennt sich von Adler. Die Beteiligungsgesellschaft BluO kauft die Modekette, die in der Metro-Bilanz bereits als aufgegebenes Geschäft gilt. Dennoch müssen die Düsseldorfer weitere Abschreibungen auf den Verlustbringer hinnehmen.

Düsseldorf - Der Düsseldorfer Handelsriese Metro Börsen-Chart zeigen hat nach monatelanger Suche einen Käufer für seine Bekleidungskette Adler gefunden. Die Beteiligungsgesellschaft BluO übernehme die Läden rückwirkend zum 1. Januar, teilte Metro am Freitag mit. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Adler-Verkauf führt Metro zufolge aber zu Ergebnisbelastungen, der Handelsriese hält dennoch an der Ergebnisplanung für 2009 fest.

Adler-Filiale: Rote Zahlen für 2008 nicht ausgeschlossen
Die erst seit kurzem am Markt aktive BluO wurde von den früheren Arques-Chefs Peter Löw und Martin Vorderwülbecke gegründet. Zuletzt hatte die Gesellschaft, die sich auf Sanierungsfälle spezialisieren will, vier Unternehmen von Arques Börsen-Chart zeigen übernommen. Auch im Handelssektor hat die Firma Erfahrung.

Im Juli 2008 hatte Metro angekündigt, Adler in spätestens anderthalb Jahren verkaufen zu wollen. Metro behandelte die Kette bereits als nicht fortgeführtes Geschäft in der Bilanz und schrieb den Wert ab. Jetzt kommen noch Abschreibungen etwa für Lagerbestände hinzu, wie ein Sprecher erläuterte. Im Jahresabschluss ergäben sich daher zusätzliche Ergebnisbelastungen in Höhe eines zweistelligen Millionen-Euro-Betrages, "einschließlich des laufenden Ergebnisses", wie Metro mitteilte. Letzteres deutet auf einen Verlust hin. Dazu wollte sich ein Sprecher nicht äußern.

Metro-Chef Eckhard Cordes hatte für 2008 rote Zahlen bei Adler nicht ausgeschlossen. 2007 hatte die Bekleidungskette, die mit Schauspielerin Veronica Ferres Kunden wirbt, einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 17 Millionen Euro erzielt. Der Umsatz der 120 Adler-Märkte mit rund 5800 Mitarbeitern in Deutschland, Österreich und Luxemburg belief sich auf 464 Millionen Euro. Bis Ende 2009 sollten 18 Läden geschlossen werden.

Adler steht seit Jahren auf der Verkaufsliste. Der Handelskonzern hatte die Bekleidungskette 2004 im Zuge der Trennung von der Verwertungsgesellschaft Divaco reintegriert. Metro zahlte damals 60 Millionen Euro und übernahm zudem 280 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Der seit November 2007 amtierende Vorstandsvorsitzende Cordes soll Metro für Großaktionär Haniel, dessen Chef er ebenfalls ist, auf Rendite trimmen. Bestandsgarantien für Geschäfte, die sich mittelfristig nicht wertsteigernd entwickeln, hatte er abgelehnt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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