Freitag, 14. Dezember 2018

Bank, Banker, Bankrott Der größte Bankraub aller Zeiten

5. Teil: Schmierenstück mit sibyllinischen Tönen

Es ist schlicht nicht erklärbar, dass man zehn Jahre lang in aller Offenheit ein Schmierenstück durchzieht, dieses mit sibyllinischen Tönen begleitet, zuschaut, wie die Milliarden im Multipack die Seiten wechseln, die ganze Finanzwirtschaft gegen die Mauer fährt und dies mit dem Wohl der Wirtschaft zugunsten aller rechtfertigt.

Business in Brasilien: Seit Jahren werden 10 Prozent Realzins bezahlt und 20 Prozent verlangt. Die Wirtschaft wächst.
Es ist offensichtlich, dass es sich hier um ein gigantisches Komplott handelt, bei dem einige Wenige ihre Macht über öffentliche Institutionen und das Volksvermögen in ungeheurer Art missbraucht haben, genauso wie Bankpräsidenten ihre Macht in den von ihnen geleiteten Banken schamlos ausgenützt haben.

Mit anderen Worten: Leute, die selbst weder investiert hatten in die Banken, die sie lenkten, noch irgendein Risiko an deren Schäden trugen, haben diese maßlos ausgelumpt und das Geld in ihre Taschen gesteckt - der größte Bankraub der Weltgeschichte, der nie hätte stattfinden können, wenn der Oberaufpasser Greenspan den Leitzins dahingebracht hätte, wohin er gehörte.

Der jahrelange Raub wurde hinter einer dichten Wand von Blabla wie Vorteile, Wichtigkeit, Notwendigkeit tiefer Zinsen für die Weltwirtschaft vernebelt. Kein einziges Mal wurde der Sparer, notabene derjenige, welcher den ganzen Schlamassel und Raub finanziert, gefragt, ob er einverstanden ist mit dem Zins, den er erhält.

Und die Behauptungen der Gurus wurden derart oft hinausposaunt, dass sie heute zur Standardausrüstung in Sachen Wirtschaft nicht nur eines Ökonomen, nein, sogar jeder Putzfrau gehören.

Und weil sie nicht stimmen, aber unverzichtbarer Rohstoff des großen Raubes sind, werden sie ununterbrochen wiederholt.

Was aber nicht gesagt wird, ist, dass tiefe Zinsen wichtig sind für die Börse, nicht aber für die Wirtschaft. Die Wirtschaft kann gut leben mit den doppelten, ja dreifachen Zinsen von heute. Und sie hat es während Jahrzehnten getan. Anfang der Achtzigerjahre stand der Leitzins des FED bei knapp zwanzig Prozent, der Realzins bei zehn Prozent. Zwar herrschte eine milde Rezession, aber untergegangen ist die Wirtschaft nicht dabei; sie kam im Gegenteil gestärkt aus jener Periode heraus. In Brasilien werden seit Jahren zehn Prozent Realzins bezahlt und zwanzig Prozent verlangt. Die Wirtschaft wächst.

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