Samstag, 26. Mai 2018

Bank, Banker, Bankrott Der größte Bankraub aller Zeiten

4. Teil: Alan Greenspan stand Schmiere

Aus dem oberlangweiligen Gewähren von Hypothekarkrediten war plötzlich eine hochrentable Angelegenheit geworden. Weil niemand sah, dass die Investmentbank offiziell hundert einpackte, der Käufer des Paketes dafür einhundertzehn bezahlte und nicht merkte, dass nur neunzig drin waren. Und das läppert sich zusammen: Umpacker Goldman Sachs konnte alleine im Jahr 2007 seinen Kadern gut 20 Milliarden Dollar Boni ausbezahlen für ihre Bemühungen in Sachen Umpacken, die UBS immerhin noch über zehn Milliarden Dollar.

Ex-Notenbankchef Greenspan: "Eine Blase erkennt man erst, wenn sie platzt"
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Ex-Notenbankchef Greenspan: "Eine Blase erkennt man erst, wenn sie platzt"
Alle Umpacker in den USA zusammen dürften in den letzten fünf Jahren sicherlich die Summe von 1000 Milliarden für ihre klammen Aktivitäten abgezweigt haben. Ohne umpacken wäre allenfalls ein Zehntel davon angefallen.

Dazu haben die "Finanzingenieure" bei ihren kriminellen Machenschaften einen Kollateralschaden ein Mehrfaches dieses Betrags verschuldet. Nun sind wir auch schon beim anzunehmenden "Schaden" angekommen. Wohl 5000 Milliarden Dollar; genau weiß man es nicht, man wird es nie wissen. Um es deutlich zu sagen: Der Minderwert des Hauses des Gringos stellt nicht den großen Schaden dar. Es war einfach überbewertet, aber immerhin ist es noch da; den kleinen Schaden hat der Gringo.

Er war pleite, jetzt ist er noch etwas mehr pleite, dafür nüchterner. Der große Schaden besteht in der gigantischen Vermögensverschiebung: von den Sparern zu den Managern der Finanzinstitute. Der Witz dabei: Die Gangster haben das Ganze völlig risikolos und ohne Angst vor Strafe durchgezogen, und die ganze Welt schaute zu und feierte die Stars einer neuen Ökonomie.

Nun wurde ja Herr Alan Greenspan, vom 11. August 1987 bis zum 31. Januar 2006 Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve System, der wichtigsten Zentralbank der Welt, mehr als einmal und von mehr als einer Seite als wohl historisch intelligente Fachkraft gepriesen. Und es ist sicher so, dass er etwelche Mängel hat, sicher aber nicht den der unterdotierten Intelligenz.

Seine berühmte Ausrede, eine Blase könne man erst erkennen, wenn sie platzt, ist genauso lahm wie seine jüngsten gewundenen Entschuldigungen. Wenn man nicht annehmen will, dass man sich im meistgefeierten Chef des FED während zwei Jahrzehnten geirrt und dass in Tat und Wahrheit ein Obertrottel die Fäden der Weltwirtschaft gezogen hatte, dann muss es eine andere Erklärung für ein derartiges Verhalten geben.

Die einzige stichhaltige Erklärung ist, dass es sich um einen gewaltigen Diebstahl handelte, bei dem Alan, wenn nicht die Strippen zog, so doch Schmiere stand.

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