Freitag, 23. Juni 2017

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Krisenticker Windkraftbauer beklagen Kreditklemme

5. Teil: Indizes zeigen "schwerste Krise der Nachkriegsgeschichte"

Indizes zeigen "schwerste Krise der Nachkriegsgeschichte"

10.30 Uhr: Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat seine erst wenige Wochen alte Konjunkturprognose drastisch gesenkt. Die Wirtschaft werde im kommenden Jahr "um mindestens 1 Prozent schrumpfen", hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht. Das wäre der stärkste Rückgang in der Geschichte der Bundesrepublik. Noch im November war der BdB von Stagnation ausgegangen.

Wegen des starken Abschwungs bei wichtigen Handelspartnern werde sich die exportabhängige deutsche Wirtschaft frühestens im zweiten Halbjahr 2009 erholen. Der BdB empfahl der Bundesregierung, die Konjunktur mit einem weiteren Maßnahmepaket zu stützen. Dabei dürfe es aber nicht zu einer ausufernden Staatsverschuldung kommen. Ansonsten, so die Banker, würden Investoren von Bank- und Unternehmensanleihen die gleiche Bonität wie von Staatsanleihen verlangen und so die Kreditkosten nach oben treiben.

10.15 Uhr: In der Eurozone hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager laut Kreisen nicht ganz so stark wie befürchtet eingetrübt. Der Gesamtindex habe im Dezember zwar ein Rekordtief erreicht, sei einer ersten Schätzung zufolge aber nur von 38,9 Punkten im Vormonat auf 38,3 Punkte gesunken.

In Deutschland trübte sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe weiter ein und sank abermals auf ein Rekordtief. Die Stimmung im Dienstleistungssektor hellte sich indes überraschend auf. In Frankreich, der zweitgrößten Wirtschaft des Währungsraums, gaben die Stimmungsindikatoren in beiden Bereichen weiter nach. Ab einem Wert von 50 Punkten deuten die Indikatoren auf einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität hin. Liegen die Kennzahlen unter diesem Wert, kann von einem Rückgang ausgegangen werden.

Der Fall der Indizes ist nach Einschätzung der Commerzbank Beleg für eine historische Krise. "Die Euro-Wirtschaft ist in der schwersten Krise der Nachkriegsgeschichte", schreiben die Experten in einem Kommentar vom Dienstag.

Kritik am Programm: Sinn setzt auf Zwang
9:55 Uhr: Das Rettungspaket der Bundesregierung für angeschlagene Banken krankt nach Ansicht von Ifo-Chef Hans-Werner Sinn an der Gehaltsobergrenze für deren Chefs. Zwar seien 500.000 Euro für einige Bankenchefs immer noch viel zu viel, sagte Sinn am Montagabend in München. "Aber die sehen das ganz anders." Wer vorher zwei Millionen Euro verdient habe, sei im Zweifelfall aus Egoismus nicht bereit, auf das Rettungspaket zuzugreifen und dafür derartige Gehaltseinbußen hinzunehmen. Die Banken müssten deshalb gezwungen werden, das Geld bei Bedarf anzunehmen. "Man muss dass Eigenkapital da reinstopfen wie bei einer Stopfgans."

9.15 Uhr: Wegen Absatzeinbrüchen und Stornierungen fährt der Lkw-Hersteller Volvo Börsen-Chart zeigen seine Produktion zurück. Im ersten Quartal 2009 werden die Bänder für 20 bis 25 Tage stillstehen, teilte der nach Daimler Börsen-Chart zeigen weltweit zweitgrößte Lkw-Bauer mit den Marken Renault, Nissan Diesel und Mack mit. Im November seien die Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent eingebrochen, in Europa sogar um 42 Prozent. Außerdem habe es im Oktober und November 1800 mehr Stornierungen als Neubestellungen gegeben, teilte der schwedische Konzern mit.

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