Sonntag, 16. Dezember 2018

Volkswagen MAN kauft brasilianische Trucksparte

Volkswagen gibt sein brasilianisches Lkw-Geschäft an MAN ab. Mit dem Millionendeal ist der erste Schritt zur Neuordnung des Konzerns getan. Die Münchener übernehmen die Verantwortung für schwere Nutzfahrzeuge. Langfristig könnte auch die schwedische Scania das Geschäft ergänzen.

München - Der Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN Börsen-Chart zeigen kauft die Lastwagen-Sparte von Volkswagen Börsen-Chart zeigen in Brasilien. Damit nimmt die von Europas größtem Autobauer schon länger angekündigte Neuordnung des Nutzfahrzeuggeschäfts Gestalt an. Zum Jahreswechsel solle der 1,175 Milliarden Euro teure Kauf vollzogen werden, teilte MAN am Montag in München mit.

Brasilianischer VW-Lastwagen: Künftig ein Produkt von MAN
Mit dem Verkauf konzentriere Volkswagen sein Lkw-Geschäft auf die Beteiligungen an MAN und Scania sowie das Geschäft mit Transportern und Kleinbussen der Marke VW, teilte der Konzern aus Wolfsburg mit. Volkswagen Truck & Bus produziert seit 1996 am Standort Resende in Brasilien Lastwagen und Busse und sieht sich als der größte Lastwagen-Produzent in dem lateinamerikanischen Land. 2007 liefen dort 47.000 Fahrzeuge vom Band. Die Fahrzeuge werden überwiegend in Südamerika und Südafrika verkauft.

MAN-Chef Håkan Samuelsson sagte: "Mit dem Erwerb von VW Truck & Bus in Brasilien erreichen wir einen weiteren Meilenstein auf unserem internationalen Wachstumskurs für Lkw und Busse." Die Gremien beider Unternehmen hätten bereits zugestimmt, teilte das Unternehmen mit. Volkswagen hält knapp 30 Prozent an MAN und ist zudem mehrheitlich an dem schwedischen Lkw-Bauer Scania Börsen-Chart zeigen beteiligt.

VW-Chef Martin Winterkorn hatte im Sommer angekündigt, Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit der beiden Lkw-Hersteller Scania, MAN und der eigenen Nutzfahrzeugsparte auszuloten. Ursprünglich hatte MAN Scania übernehmen wollen, war aber am Widerstand der Schweden gescheitert. Daraufhin nahm VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die Fäden in die Hand und stieg bei MAN ein. Offen blieb, ob Scania künftig enger mit MAN zusammenarbeiten soll. Experten halten eine enge Kooperation der Lkw-Bauer angesichts der Konjunkturschwäche für ratsam.

Ein Börsianer bewertete das Geschäft als "leicht negativ", da sich das Wachstum in Brasilien dramatisch abschwäche. Der Schritt kam für Händler jedoch nicht unerwartet. Ein Analyst sieht den Zukauf als Zeichen, dass es kurzfristig nicht zu einer MAN-Übernahme durch Volkswagen kommen wird - mit entsprechend negativem Kurseinfluss. MAN-Aktien drehten am Montagmittag ins Minus gedreht und verloren zuletzt 2,2 Prozent auf 34,50 Euro.

manager-magazin.de mit Material von afp, reuters, dpa-afx und dow jones

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