Donnerstag, 16. August 2018

Rettungspaket Bundesbank soll Kredite garantieren

Bisher hat das Rettungspaket der Bundesregierung den Kreditfluss zwischen den Banken kaum in Schwung gebracht. Deshalb will der Bund laut einem Magazinbericht nun ein zentrale Instanz schaffen, die die Rückzahlung garantiert.

Berlin - Die Bundesregierung erwägt nach einem Bericht des Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL eine Erweiterung des Rettungsschirms für die Banken. Eine zwischengeschaltete Instanz wie die Bundesbank oder die staatliche KfW soll demnach die Kreditvergabe zwischen Banken garantieren.

Hintergrund sei, dass sich die Institute trotz des Bestehens des 500 Milliarden Euro schweren Rettungsfonds Soffin untereinander kaum mehr Geld liehen, berichtet das Magazin ohne Quellenangabe vorab. Ein Sprecher des Finanzministeriums wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die Pläne, die zwischen der Bundesbank, dem Kanzleramt und dem Finanzministerium bereits mehrfach diskutiert worden seien, sähen vor, dass die einstige Zentralbank wie eine Art Clearingstelle für den Geldhandel fungieren könnte. Eine Bank, die einer anderen Geld leihe, würde den Betrag bei der Bundesbank hinterlegen, die dann die Rückzahlung garantiere. Die Zentralbank reiche den Betrag dann an das entsprechende Institut weiter, berichtet das Magazin weiter.

Mit dieser Lösung hätten die Banken keinerlei Risiko mehr, da die Bundesbank die Rückzahlung des Kredits garantiere. Kritiker monierten deshalb, dass sich die Banken an eine solche Garantie gewöhnen könnten und auch nach Überwindung der Krise darauf bestehen würden.

Postbank-Chef kritisiert Rettungspaket

Postbank-Chef Wolfgang Klein kritisierte die derzeitigen Bedingungen des Rettungspakets. Er könne sich zwar gut vorstellen, einzelne wackelige Kreditpakete aus der Bilanz seines Instituts an den Staat zu verkaufen.

Wankende Banken: Das Rettungspaket könnte modifiziert werden
Dies löse aber die Probleme nicht, da zwingend vorgeschrieben sei, dass die Papiere nach drei Jahren wieder zurückgenommen werden müssten, erklärte er in der "Welt am Sonntag". "Da rechnet natürlich jeder Analyst aus, welche Belastungen da noch ausstehen. Das bringt uns nicht weiter."

Klein forderte die Politik auf, einen dauerhaften Verkauf der Positionen zu ermöglichen. Als Gegenleistung könne schlug er vor, dass die Bank bei späteren Ausfällen in dem Kreditpaket für einen gewissen Betrag haftet und der Staat nur den Rest übernimmt.

Die Übernahme von Risikopositionen ist die dritte Säule des Rettungspakets neben Eigenkapitalspritzen und staatlichen Bürgschaften. Das Instrument hat bisher allerdings keine Bank genutzt.

Unabhängig vom Rettungspaket will die Postbank Börsen-Chart zeigen ihre Risiken am Finanzmarkt reduzieren. Man werde beginnen, das 80 Milliarden Euro umfassende Kapitalmarktportfolio abzubauen, sagte Klein. 2009 solle das Portfolio bereits um neun Milliarden Euro schrumpfen und sich mittelfristig halbieren.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH