Montag, 20. November 2017

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Krisenticker USA verlieren 500.000 Jobs in 30 Tagen

Der Dow Jones schließt mit 3,1 Prozent im Plus. Kalifornien droht bereits im Februar oder März das Geld auszugehen. Bundesministerin Schavan schlägt ein 4,6- Milliarden-Euro-Programm für Bildungseinrichtungen vor. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

Der Krisenticker verabschiedet sich ins Wochenende. Ab Montag gibt es auch an dieser Stelle wieder aktuelle News zur Finanzkrise und den Folgen.

22.14 Uhr: Die US-Aktienbörsen haben nach einer Achterbahnfahrt am Freitag im Plus geschlossen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen drehte nach einem schwachen Auftakt ins Plus und ging 3,1 Prozent fester bei 8635 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 3,7 Prozent auf 876 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen rückte um 4,4 Prozent auf 1509 Punkte vor. Händler machten den Rückgang beim Ölpreis sowie die Hoffnung auf Hilfen für die US-Autobauer für die späte Kurserholung verantwortlich: Da laut dem aktuellen US-Arbeitsmarktbericht allein im November 522.000 Jobs in den USA gestrichen worden sind, spekulieren Anleger auf späte Milliardenkredite für die US-Autoindustrie. Bei GM, Ford und Chrysler arbeiten rund 250.000 Menschen.

Typisch Kalifornien: Wie lange reicht das Geld noch für solche Eskapaden?
22.06 Uhr: Dem US-Bundesstaat Kalifornien droht bereits im Februar oder März das Geld auszugehen. Das geht aus einem Schreiben des Leiters der Finanzabteilung an führende Politiker hervor. Zudem fehlten dem Bundesstaat 15 Milliarden Dollar zum Ende des Fiskaljahres im Juni, wenn die Haushaltslücke von 11,2 Milliarden Dollar nicht geschlossen werde. Falls der republikanische Gouverneur Arnold Schwarzenegger das milliardengroße Loch nicht bald stopfen könne, müsste Kalifornien im März unter Umständen Zahlungen an seine Kreditgeber verschieben.

21.01 Uhr: An der Wall Street drehen die Kurse nach anfänglichen Verlusten deutlich ins Plus. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen notiert 1,9 Prozent höher bei 8534 Punkten.

20.10 Uhr: Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) schlägt in der Debatte über Maßnahmen gegen die Rezession ein 4,6- Milliarden-Euro-Programm für Bildungseinrichtungen vor. Nach ihren Vorstellungen soll jede Schule in Deutschland 100.000 Euro und jede Hochschule 500.000 Euro vom Staat erhalten, um schnell notwendige Renovierungen und Modernisierungen anzustoßen. Schavan sagte der "Süddeutschen Zeitung", sollten Anfang 2009 weitere Maßnahmen gegen die Rezession nötig werden, müsse die Regierung einen "ganz großen Treffer" setzen.

4,6 Milliarden Euro für die Bildung? Ministerin Schavan kann es sich offenbar vorstellen
DDP
4,6 Milliarden Euro für die Bildung? Ministerin Schavan kann es sich offenbar vorstellen
18.36 Uhr: Extrem schwache Konjunkturdaten haben den Brent-Ölpreis am Freitag zeitweise unter 40 US-Dollar gedrückt. Zeitweise sank der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Auslieferung im Januar bis auf 39,50 Dollar. Zuletzt wurde ein Barrel mit 40,28 Dollar gehandelt. Das sind zwei Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 2,05 Dollar auf 41,62 Dollar. Vor allem der dramatisch schlechter als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht habe den Ölpreis weiter unter Druck gebracht, sagten Händler.

17.40 Uhr: Der Dax Börsen-Chart zeigen schließt mit minus 4 Prozent bei 4381 Punkten. Als Hauptgrund für die Tagesverluste nennen Händler die miesen US-Jobdaten, die am Nachmittag veröffentlicht worden waren.

17.35 Uhr: Die angeschlagene Opel-Mutter General Motors will in drei Werken in Nordamerika ihre Produktion drosseln. Damit reagiert der Autobauer aus Detroit auf die im November noch einmal drastisch gesunkene Nachfrage. "Wir schrumpfen, weil der Markt schrumpft", sagte ein GM-Sprecher am Freitag. Betroffen seien in den USA Werke in Michigan und Ohio sowie eine Fabrik im kanadischen Ontario. Hier werde im Februar jeweils eine Woche eine Schicht gestrichen. Fast 2000 gewerkschaftlich organisierte Arbeiter sind davon betroffen.

Absatzsorgen: Bei BMW und Mercedes wächst das Angebot an Neufahrzeugen
16.45 Uhr: Die Krise der Autoindustrie hat BMW und Daimler Börsen-Chart zeigen im November voll erwischt. Bei den beiden deutschen Premiumherstellern brach der Absatz um jeweils 25 Prozent ein, wie sie am Freitag mitteilten. Die BMW Gruppe verkaufte 96.570 Autos - fast 33.000 Fahrzeuge weniger als im Vorjahresmonat, die Mercedes-Gruppe setzte weltweit nur noch 84.500 Fahrzeuge ab. Bei beiden Herstellern traf es vor allem die Kernmarken BMW (- 26,6 Prozent) und Mercedes-Benz (- 28 Prozent) von denen 81.357 beziehungsweise 84.500 Fahrzeuge verkauft wurden.

15.45 Uhr: An der Wall Street drehen die Indizes zur Handelseröffnung ins Minus. Grund sind die schlechten US-Jobdaten, die am Nachmittag bereits Frankfurt auf die Stimmung gedrückt hatten. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen liegt etwa eine Viertelstunde nach Handelsbeginn mit 1,2 Prozent im Minus bei 8265 Punkten.

15 Uhr: Die angeschlagene BayernLBwird die geplante Kapitalerhöhung von 700 Millionen Euro bei der Hypo Group Alpe Adria fast alleine zeichnen. Die GRAWE-Gruppe und das Land Kärnten werden nicht mitziehen, sagte eine Sprecherin der Hypo am Freitag. Die Hypo hat mit zuletzt 5,5 Prozent eine der niedrigsten Kernkapitalquoten des Sektors. Der Anteil der BayernLB beträgt derzeit 57,49 Prozent und wird sich nach der Kapitalerhöhung dementsprechend erhöhen.

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