Montag, 11. Dezember 2017

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Krisenticker GM und Chrysler notfalls zur Fusion bereit

Die Hoffnung auf schnelle Staatshilfen für die angeschlagenen US-Autobauer schwindet. Für schnelle Milliardenkredite wären General Motors und Chrysler sogar zu einer Fusion bereit, erklären die Vorstände. Zugleich belasten düstere Firmenausblicke die US-Börse. Dow Jones und Nasdaq schließen tief im roten Bereich. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.13 Uhr: Düstere Firmenausblicke und wenig Hoffnung auf eine schnelle Bewilligung von Staatshilfen für die drei großen Autobauer haben die New Yorker Aktienbörsen am Donnerstag belastet. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen ging mit einem Minus von 2,5 Prozent bei 8376 Punkten aus dem Handel. Zeitweilig hatte der Index für die Standardwerte deutlich mehr als 3 Prozent verloren. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 2,9 Prozent auf 845 Zähler nach. Der Technologie-Index Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen fiel 3,1 Prozent auf 1445 Punkte.

Pleite droht: Chrysler geht das Geld aus. Ebenso wie Ford und GM bittet auch Chrysler die US-Regierung um schnelle finanzielle Unterstütztung. Chrysler und GM wären zur Fusion bereit, wenn dies die Bedingung für Staatshilfen wäre.
Aktien von General Motors Börsen-Chart zeigenrauschten um 16,12 Prozent auf rund 4 US-Dollar in die Tiefe und waren damit schwächster Wert im Dow Jones. Der Chef des Autobauers hatte im Tagesverlauf zusammen mit den Vorstandsvorsitzenden der Branchenkollegen Ford Börsen-Chart zeigen und Chrysler abermals versucht, den Kongress von neuen Milliardenhilfen zu überzeugen. Ausschussmitglieder reagierten jedoch weiter skeptisch. Aktien von Ford gaben knapp 7 Prozent auf 2,66 Dollar ab.

21.45 Uhr: Die US-Autobauer General Motors (GM) und Chrysler würden für die geforderten Staatshilfen auch zusammengehen. Sollte dies eine Bedingung für staatliche Hilfen sein, wäre er bereit, darüber nachzudenken, sagte GM-Chef Rick Wagoner am Donnerstagabend (MeZ) vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Auch Chrysler-Chef Robert Nardelli erklärte, er würde einen Zusammenschluss akzeptieren, wenn das eine Bedingung für die Staatshilfen sei. Nardelli rechnet mit Kosteneinsparungen zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar.

Auf Gewerkschaftsseite regte sich sofort Protest: Der Chef der Autobauer-Gewerkschaft UAW, Ron Gettelfinger, rechnet nicht mit hohen Kosteneinsparungen. Er erwarte stattdessen "unvorstellbare" Arbeitsplatzverluste, entgegnete er auf die Aussagen der beiden Unternehmenschefs.

21 Uhr: An der New Yorker Börse kann sich der Dow Jones Börsen-Chart zeigen nicht berappeln. Der US-amerikanische Leitindex für die Standardwerte baut seine Verluste am Abend (MEZ) auf 1,9 Prozent aus und fällt bis 21.16 Uhr sogar um knapp 3 Prozent auf 8343 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen verliert 3,2 Prozent auf 1446 Punkte.

20.18 Zhr: Der US-Autobauer Chrysler kann nach eigener Darstellung nur mit einem Milliardenkredit durch das erste Quartal 2009 kommen. Der Konzern brauche von dem vom US-Kongress geforderten Darlehen über insgesamt sieben Milliarden US-Dollar mindestens vier Milliarden, um bis Ende März durchzuhalten, sagte Vorstandschef Robert Nardelli am Donnerstag vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Ford-Chef Alan Mulally sagte, sein Unternehmen verfüge derzeit über ausreichend Liquidität.

19.35 Uhr: Der angeschlagene Opel-Mutterkonzern General Motors will nach einem Bericht des "Handelsblatt" (Fritagausgabe) vor einer Entscheidung der Bundesregierung über eine Milliarden-Bürgschaft kein ein neues Sparpaket mehr in Europa auflegen. Schlecht für die Bundesregierung: Sie wird ihre Entscheidung über eine Milliarden-Bürgschaft für Opel damit nicht auf Grundlage eines konkreten neuen Sparplans für die deutsche GM-Tochter treffen können.

18.44 Uhr: Die DekaBank steht einer Kooperation mit der angeschlagenen WestLB offen gegenüber. Der Verwaltungsrat der DekaBank beschloss am Donnerstag, "dass die DekaBank die Gespräche mit der WestLB beschleunigt und intensiv fortsetzt", wie der Zentrale Fondsdienstleister der Sparkassen am Abend in Frankfurt auf Anfrage mitteilte. Die DekaBank prüft seit einigen Wochen, ob Teile der angeschlagenen Düsseldorfer Landesbank betriebswirtschaftlich sinnvoll mit der Deka zusammengeführt werden können.

18.35 Uhr: Enttäuschende Unternehmensausblicke belasten die New Yorker Aktienbörsen. Eine Flut von Ankündigungen zu Stellenstreichungen verstärkt die Furcht vor einer Beschleunigung des Wirtschaftsabschwungs. Investoren bezweifeln zudem, dass die jüngsten Zinssenkungen in Europa ausreichen, um der Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen fällt am Abend (MEZ) um 0,8 Prozent auf 8526 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index verliert ebenfalls rund 0,8 Prozent auf 864 Punkte. Der Technologie- Index Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen fällt um rund 0,70 Prozent auf 1482 Zähler.

New York Stock Exchange: An der New Yorker Börse rutschen die Kurse am Donnerstagabend ab.
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New York Stock Exchange: An der New Yorker Börse rutschen die Kurse am Donnerstagabend ab.
17.39 Uhr: In Frankfurt endet der Handel letztlich nahezu ohne Veränderungen beim Dax. Der Index schließt mit einem Verlust von 0,1 Prozent bei 4564 Punkten.

17.36 Uhr: Die Absatzkrise in der Automobilindustrie greift auch in Schwellenländern weiter um sich: In Brasilien brach der Verkauf neuer Autos und Lastwagen im November um mehr als ein Viertel ein. Der Verband der Autobauer, Anfavea, warf deshalb am Donnerstag seine bisherigen Wachstumserwartungen für 2008 über Bord. Die Branche rechnet nun im Gesamtjahr nur noch mit einem Absatzplus von rund 14 Prozent statt bisher rund 24 Prozent.

17.23 Uhr: Der US-Chiphersteller AMD Börsen-Chart zeigen rechnet für das laufende vierte Quartal mit deutlich weniger Umsatz als in den drei Monaten zuvor. Die Erlöse aus dem fortgeführten Geschäft würden wahrscheinlich um etwa 25 Prozent unter den 1,585 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal liegen, hieß es in einer Mitteilung am Donnerstag.

Premiere: Die HSH Nordbank begibt die erste garantierte Anleihe
17.13 Uhr: Auch Dänemarks Nationalbank senkt die Leitzinsen um 0,75 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent. Dänemark ist zwar EU-Mitglied, gehört aber nicht zu den Euroländern. Der Kurs der Landeswährung Krone ist jedoch an den Euro gebunden.

17.01 Uhr: Die HSH Nordbank begibt als erstes Geldinstitut eine durch den "Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung" (SoFFin) garantierte Anleihe. Die Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein hat am Donnerstag nach eigenen Angaben im In- und Ausland mit ersten Gespräche mit Investoren für das Papier begonnen. Ein Sprecher sagte, das Konsortium bestehe aus Deutscher Bank, Commerzbank, WestLB und der HSH Nordbank. Volumen und Zinskupon seien noch nicht festgelegt worden. Zwei mit der Emission vertraute Personen sagten, die in Euro denominierte Anleihe solle über drei Jahre laufen. Am 21. November hatte die SoFFin der HSH Nordbank Liquiditätsgarantien über 30 Milliarden Euro gewährt.

16.42 Uhr: Nach Moody's senkt auch Standard & Poor's (S&P) das Corporate-Credit-Rating des US-Automobilherstellers General Motors (GM). Das Rating wurde auf "CC" von zuvor "CCC+" zurückgenommen. Zudem senkten die Kreditanalysten am Donnerstag die Bonitätseinstufung für die unbesicherten sowie die besicherten Verbindlichkeiten. Der Ausblick sei negativ.

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