Samstag, 23. Februar 2019

Aktienoptionen 25 Millionen Euro für VW-Vorstand

Der Höhenflug der VW-Aktie hat manchen Hedgefonds und auch Großinvestoren wie Adolf Merckle in die Knie gezwungen, die fünf Mitglieder des VW-Konzernvorstands dagegen noch reicher gemacht. Sie haben die beispiellosen Kursausschläge genutzt, einen Teil ihrer Aktienoptionen versilbert und auf diese Weise 25 Millionen Euro kassiert. Ein Zehntel des Gewinns wird gespendet.

Wolfsburg - Die fünf Mitglieder des VW-Konzernvorstandes haben den Höhenflug der Volkswagen-Aktie genutzt und zusammen 25 Millionen Euro mit der Auflösung von Aktienoptionen kassiert.

VW-Aktie: Der Vorstand nutzte die Blasenbildung und machte Kasse
[M] DPA; mm.de
VW-Aktie: Der Vorstand nutzte die Blasenbildung und machte Kasse
Ein Konzernsprecher bestätigte am Mittwoch die Summe auf Anfrage der Nachrichtenagentur ap. Zu den Hauptgewinnern der VW-Kursrally zählen damit neben VW-Konzernchef Martin Winterkorn auch die vier Konzernstände Javier Sanz (Beschaffung), Jochem Heizmann (Produktion), Horst Neumann (Personal) und Hans Dieter Pötsch (Finanzen).

Die VW-Stammaktie hatte in den letzten Wochen hohe Ausschläge verzeichnet und war zeitweise über 1.000 Euro pro Stück gehandelt worden. Aktienoptionen gehören bei VW wie bei anderen Konzernen traditionell zur Vergütung des Managements. Die Optionen stammen aus mehreren Tranchen in den Jahren 2006 und früher.

Zehn Prozent des Gewinns fließt an Wolfsburger Stiftung

VW hatte am Dienstagabend erklärt, ein großer Teil der Belegschaft und der Topmanager habe Aktienoptionen gewandelt und insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag erzielt. Die fünf Mitglieder des Konzernvorstandes haben sich laut Mitteilung entschlossen, 2,5 Millionen Euro oder umgerechnet zehn Prozent ihres persönlichen Gewinns daraus an die Bürgerstiftung Wolfsburg zu spenden. Mit dem Geld sollen Kinder in Wolfsburg und Umgebung gefördert werden.

Gutes Timing: VW-Produktionsvorstand Jochem Heizmann verkaufte Aktien im großen Stil
Bereits vor einem Monat hatte VW-Vorstandsmitglied Jochem Heizmann die Turbulenzen um die Aktie des Autobauers genutzt, um Kasse zu machen. Heizmann verkaufte 2.000 VW-Stammaktien im Wert von rund 1,08 Millionen Euro an der Börse, wie der Konzern damals mitteilte. Der Verkaufskurs lag bei rund 538 Euro, wie es hieß. Am Mittwoch lag der Kurs bei 288 Euro.

Spekulationsgeschäfte hatten den Kurs der VW-Aktie im Oktober und November auf eine Achterbahnfahrt geschickt und bis auf 1.005 Euro steigen lassen. Hintergrund ist die laufende Übernahme von VW durch den Sportwagenbauer Porsche, bei der Porsche auch Optionsgeschäfte nutzt. Angesichts der hohen Kurse hat Porsche das Übernahmetempo vergangenen Woche verlangsamt.

manager-magazin.de mit Material von ap

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung