Freitag, 14. Dezember 2018

Landesbanken Milliardendesaster wird immer größer

Die maroden Landesbanken brauchen wohl noch mehr Geld aus dem Rettungspaket als befürchtet. Nach Medieninformationen muss die öffentliche Hand mit weiteren Milliardenbelastungen für die Rettung der BayernLB und anderer Geldhäuser rechnen.

Hamburg/München - Bei der BayernLB und anderen Landesbanken nimmt das Milliardendesaster nach Informationen des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL immer größere Ausmaße an. Insgesamt haben die Institute, die allesamt über kein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen, im Verlauf der Finanzkrise Rettungsbeihilfen aus öffentlichen Kassen in Höhe von knapp 25 Milliarden Euro zugesagt bekommen oder bereits erhalten. Dazu kommen beantragte und teilweise bereits bewilligte Garantien für Schuldtitel in Höhe von 63 Milliarden Euro.

BayernLB-Zentrale in München: Zusätzliche Belastungen drohen
Nicht ausgeschlossen ist, dass das Risiko für den Steuerzahler zum Schluss noch größer ausfällt. So hat die Landesbank Baden-Württemberg bislang nur einen Kapitalbedarf von rund fünf Milliarden Euro angemeldet – doch in der Branche glaubt kaum jemand, dass diese Summe ausreichen wird. Denn die Fehlbeträge steigen monatlich an.

Der Bedarf an Eigenkapital der BayernLB hat sich in den vergangenen sieben Monaten praktisch um zehn Milliarden Euro erhöht, auch bei der WestLB stieg der Kapitalbedarf gleich dreimal. Die Situation erhöht den Druck auf die Ministerpräsidenten, die Konsolidierung in der Branche voranzutreiben. Bislang wollen die Länderchefs davon aber wenig wissen. Stattdessen erwägen sie, die Eigenkapitalbeihilfen, wo immer möglich, selbst zu stemmen – um dem Bund jede Mitsprache bei Fusionen oder Zusammenschlüssen zu verwehren

In München wurde für die kommende Woche eine zusätzliche Kabinettsitzung anberaumt, am Mittwoch schon soll ein Nachtragshaushalt im Landtag beraten werden. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) stellt sich die Finanzierung der Zehn-Milliarden-Spritze so vor: Sieben Milliarden sollen vom Freistaat kommen, drei Milliarden vom Finanzmarktstabilisierungsfonds des Bundes (Soffin).

Eine Konsolidierung der deutschen Landesbanken scheint jedenfalls bitter nötig. Durch das Nebeneinander der sieben regionalen Institute entstehen an vielen Stellen Reibungsverluste und doppelte Kosten. Und manche Landesbankendienste sind inzwischen sogar gänzlich überflüssig.

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