Dienstag, 19. März 2019

HSH Nordbank 30 Milliarden Euro aus Sonderfonds

Die in Schieflage geratene HSH Nordbank kann auf staatliche Liquiditätsgarantien in Höhe von bis zu 30 Milliarden Euro zurückgreifen. Darauf haben sich Vertreter des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung und der Bank geeinigt.

Hamburg - Die Entscheidung stärke die Bank und schaffe genügend Flexibilität, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln, sagte der neue Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher. Die Anteilseigner wollen zudem für eine angemessene Eigenkapitalausstattung der HSH-Nordbank, an der unter anderem die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein beteiligt sind, sorgen.

"Bündel von Maßnahmen":
Die HSH Nordbank
Neben Kapitalzufuhr von innen und von außen komme der Abbau von Aktiva in Betracht. Die Kernkapitalquote soll nach Nonnenmachers Angaben auf mindestens 8 Prozent gesteigert werden. "Wir arbeiten an einem Bündel von konkreten Maßnahmen, mit denen wir die zukunftsfähige Strategie der HSH Nordbank vorantreiben werden", versicherte Nonnenmacher. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Wolfgang Peiner, lobte den Schulterschluss aller Anteilseigner. Er zeige die Geschlossenheit und Konsequenz, "mit der sie die Basis für den künftigen Erfolg der Bank schaffen".

Seit Anfang des Jahres war die HSH Nordbank immer tiefer in den Strudel der internationalen Finanzkrise geraten. Für die ersten neun Monate des Jahres mussten Abschreibungen von 1,3 Milliarden Euro vorgenommen werden, der Verlust betrug 360 Millionen Euro.

Am 10. November erklärte Vorstandschef Hans Berger seinen Rücktritt, Nonnenmacher wurde zu seinem Nachfolger berufen. Bereits eine Woche zuvor hatte die Bank Staatsbürgschaften in Höhe von 30 Milliarden Euro beantragt. Hamburgs Finanzsenator Michael Freytag (CDU) schloss später nicht mehr aus, dass die HSH Nordbank weitere Abschreibungen verkraften muss.

Vor der HSH Norbank hatte schon die BayernLB nach Milliardenverlusten den staatlichen Schutzschirm in Anspruch genommen. Die Landesbank Baden-Württemberg erhält eine Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro, allerdings nur aus dem Land, ohne Beteiligung des Bundes.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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