Freitag, 14. Dezember 2018

Notfallkredite IWF eilt weiteren Staaten zur Hilfe

Der Internationale Währungsfonds muss notleidenden Staaten erneut Notfallkredite in Milliardenhöhe gewähren. Die Organisation sagte Island, Pakistan und der Türkei schnelle Hilfe zu. Die ist auch nötig: Pakistan beispielsweise kann nötige Importe kaum noch bezahlen, die Lebensmittelpreise im Lande sind bereits gestiegen.

Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat neue Hilfspakete für Staaten geschnürt, die durch die globale Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten sind. So soll die Türkei zusätzliche Kreditlinien in Höhe von zehn Milliarden Dollar erhalten, Pakistan kann voraussichtlich über 7,6 Milliarden Dollar verfügen und Island offenbar über zwei Milliarden Dollar.

Geld für Notfälle: IWF sagt Island, Pakistan und der Türkei seine Hilfe zu
"Die Einigung über ein Darlehen für die Türkei steht kurz bevor", sagte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn nach dem G20-Treffen in Washington. Zu klären sei aber vor allem noch der genaue Umfang des Darlehens. Nach IWF-Angaben ist wegen der Finanzkrise der Kapitalfluss in die Türkei ausgetrocknet. Eine frühere IWF-Hilfe für das Land in Höhe von zehn Milliarden Dollar war im Mai ausgelaufen. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan hatte anschließend erklärt, den Währungsfonds nicht noch einmal anzapfen zu wollen. Der Grund dafür seien die mit dem Kredit verbundenen Auflagen.

Darüber hinaus hätten sich der Währungsfonds und Pakistan grundsätzlich auf eine Finanzspritze in Höhe von 7,6 Milliarden Dollar geeinigt, teilte IWF-Chef Strauss-Kahn ebenfalls mit. Dieses Hilfsprogramm müsse noch vom Exekutivrat gebilligt werden, der in Kürze im Rahmen seines Nothilfeprogramms darüber berate.

Das Rettungspaket war zuvor bereits vom Wirtschaftsberater der pakistanischen Regierung, Shaukat Tarin, am Samstag vor Journalisten in Karachi angekündigt worden. Es solle dazu dienen, eine drohende Staatspleite abzuwenden. Der IWF-Kredit mit einer Laufzeit von 23 Monaten werde eigens gewährt, um das Devisenloch zu stopfen und die drohende Zahlungsunfähigkeit zu verhindern, sagte der Berater.

Pakistan braucht die Milliarden-Soforthilfe dringend. Andernfalls kann das Land seine Auslandsschulden nicht mehr bedienen. Das Land hat zudem kaum noch Devisen, um Importe zu zahlen. Als Folge sind die Öl- und Lebensmittelpreise drastisch gestiegen.

Der Internationale Währungsfonds hat zudem beschlossen, das von der Finanzkrise besonders betroffene Island mit einem Kredit zu unterstützen. Über den Kredit solle am Mittwoch endgültig abgestimmt werden. Strauss-Kahn machte keine Angaben zur Höhe der Hilfe. Berichten zufolge hatte Island um zwei Milliarden Dollar gebeten.

Der IWF hat bereits unter anderem der Ukraine und Ungarn mit einem Milliardenkredit unter die Arme gegriffen.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

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