Freitag, 14. Dezember 2018

Bankenrettung Ackermann will kein Steuergeld - vorerst

Deutschlands größtes Geldhaus will vorerst versuchen, ohne staatliche Finanzhilfen auszukommen. Noch bekomme sein Institut vergleichsweise günstig das nötige Fremdkapital, sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Sollten Konkurrenten durch Steuergelder jedoch Wettbewerbsvorteile erhalten, müsse neu entschieden werden.

Zürich - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat staatliche Hilfe für sein Institut nicht mehr kategorisch ausgeschlossen. Der "Neuen Züricher Zeitung" sagte Ackermann: "Wir erhalten nach wie vor relativ günstig Fremdkapital. Allerdings werden wir sorgfältig beobachten müssen, ob sich aus der staatlichen Hilfe aufgrund verschiedener Lösungsansätze in einzelnen Ländern nicht am Ende doch Wettbewerbsnachteile ergeben."

Vorerst sicher durch die Krise: Deutsche Bank will bis auf weiteres keine Staatshilfe
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Vorerst sicher durch die Krise: Deutsche Bank will bis auf weiteres keine Staatshilfe
Viele Banken prüfen aus Wettbewerbsgründen eine Teilnahme an dem Rettungspaket. Allerdings bekräftigte Ackermann sowohl in dem schweizerischen Blatt als auch in einem Interview der "Welt am Sonntag", dass der deutsche Branchenprimus staatliche Hilfen nicht in Anspruch nehmen wolle. "Ich glaube, dass die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen es auch so schaffen kann", sagte er der "Welt am Sonntag".

Die "Neue Züricher Zeitung " zitierte den Banker mit den Worten: "Ordnungspolitisch ist für mich klar: Solange man eigenständig operieren kann, muss man das versuchen. Risiko gehört zum Wirtschaften".

Der Deutsche-Bank-Chef hatte heftige Reaktionen aus der Politik hervorgerufen, als er vor Führungskräften der Bank erklärt hatte: "Es wäre eine Schande, wenn wir eingestehen müssten, dass wir Geld vom Steuerzahler benötigen." Ein Regierungssprecher sprach von "außerordentlich bedenklichen" Äußerungen.

Ackermann hatte später von einem "Missverständnis" gesprochen und hinzugefügt: "Ein bisschen Gelassenheit wäre ganz gut." Das Rettungspaket des Bundes zapfen bislang die Commerzbank Börsen-Chart zeigen, die Hypo Real Estate Börsen-Chart zeigen und einige Landesbanken an.

Ein rasches Ende der weltweiten Finanzkrise erwartet der Schweizer nicht mehr. "Ich glaube, wir werden noch zwei, drei Jahre unter dieser Krise leiden", sagte er der "Welt am Sonntag". Ackermann sieht sein Haus am Ende sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen, die er eigentlich schon vor einem Jahr fast beendet gesehen hatte. Gleichwohl werde die Deutsche Bank sich von ihrem 2007 erreichten Rekordgewinn von mehr als acht Milliarden Euro vor Steuern verabschieden müssen.

"Heute unter dem Eindruck der Krise erscheint es unrealistisch, dass wir wieder einmal so gute oder vielleicht sogar noch bessere Zahlen vorlegen", zitierte ihn die "Welt am Sonntag". "Aber ich bin mir sicher: Dieser Tag kommt. Vielleicht sogar schneller, als wir denken."

manager-magazin.de mit Material von reuters

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