Montag, 17. Dezember 2018

Hypo Real Estate Mittel aus Rettungsfonds beantragt

Die gerade erst mit Milliardenhilfen vor dem Kollaps gerettete Immobilienbank Hypo Real Estate flüchtet sich als erste private Bank unter den staatlichen Rettungsschirm. Das Institut beantragt zunächst eine Garantie über 15 Milliarden Euro. Die Aktie zieht kräftig an.

Berlin - Als erster Dax-Konzern sucht der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate Börsen-Chart zeigen Schutz unter dem Banken-Rettungsschirm der Bundesregierung. Beim neuen Finanzmarktstabilisierungs-Fonds (SoFFin) beantragte die Privatbank einen Bundesbank-Garantie für einen Kredit in Höhe von 15 Milliarden Euro, um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu decken. Das teilte das Unternehmen am frühen Mittwochmorgen in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit. Der Antrag sei am Dienstag gestellt worden, es werde mit einer kurzfristigen Entscheidung gerechnet.

Stürmische Zeiten: Die HRE nutzt als erster Dax-Konzern den von der Bundesregierung aufgespannten Rettungsschirm für angeschlagene Finanzinstitute in der Finanzkrise.
Darüber hinaus kündigte Hypo Real Estate an, man werde einen Antrag auf "weitergehende, umfassende Unterstützung einschließlich etwaiger Kapitalmaßnahmen" beim SoFFin stellen. Eine Summe wurde nicht genannt.

Im Dax Börsen-Chart zeigennotierte die Aktie am Mittwoch knapp eine Stunde nach Handelsbeginn mit rund 10 Prozent Prozent im Plus.

Die bereits Anfang Oktober angekündigten 50 Milliarden Euro Garantien von Staat, einem Bankenkonsortium und Bundesbank würden voraussichtlich bis Mitte November vollständig bereit stehen. Die Vertragsverhandlungen stünden vor dem Abschluss, erklärte die Bank weiter.

Private Geldhäuser hatten sich bislang bei der Nutzung des fast 500 Milliarden Euro großen Rettungsfonds der Bundesregierung betont zurückgehalten. Seine Hilfe ist mit strengen Auflagen und Kosten verbunden. Lediglich die Landesbanken BayernLB, HSH Nordbank und WestLB haben erklärt, den Fonds nutzen zu wollen.

Die Commerzbank Börsen-Chart zeigen prüft das Paket, die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen hat dagegen nach eigenen Aussagen keinen Bedarf. Der Bund bietet Banken Garantien für das schleppend laufende Interbankengeschäft an oder sich über Eigenkapitalzuschüsse an den Instituten zu beteiligen.

Hypo Real Estate war infolge der Finanzmarktkrise und dem Austrocknen der kurzfristigen Kreditmärkte ins Trudeln geraten und stand vor der Pleite. Vor allem die irische Tochter Depfa hatte sich auf den kurzfristigen Interbankenhandel verlassen. Sie musste durch ein milliardenschweres Rettungspaket von Staat und Banken im September vor dem Aus bewahrt werden. Das Volumen musste nocheinmal aufgestockt werden, nachdem neue Milliardenlöcher bekanntgeworden waren.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH