Freitag, 16. November 2018

Krisenticker "Lage ist gefährlicher geworden"

Ohne die Kursgewinne bei der VW-Stammaktie wäre der Dax heute ins Minus gerutscht. Peer Steinbrück findet, die Situation an den Märkten habe sich in den vergangenen vier Wochen verschlechtert. Dafür entzündet der Dow Jones ein fulminantes Kursfeuerwerk. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

21.09 Uhr: Nach einer kurzen, aber fulminanten Rally stehen die Schlusskurse in New York fest - und sind überraschend hoch. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen schließt mit 9065,12 Punkten, fast 1000 Punkte über dem Vortagsergebnis. Der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen notiert mit 1649,47 Zählern.

Aufwärts: Die US-Börsen
im Plus
20.43 Uhr: Der Dow-Jones-Index steigt um insgesamt 8 Prozent auf über 8800 Punkte. Damit baut der Index seine Gewinne nach Handelsschluss in Europa deutlich aus und dürfte morgen dem Dax Starthilfe geben.

19.43 Uhr: Klaus-Peter Müller, der Präsident des Bankenverbandes, warnt vor einer Verteuerung der Kredite als Folge der Finanzmarktkrise. Bei unverändert negativen Entwicklungen sei eine Beeinflussung der Kreditbereitstellung vorhersehbar, sagte Müller am Dienstagabend beim hessischen Unternehmertag in Wiesbaden laut DPA-Bericht. "Erkennbar ist schon heute, dass die höheren Refinanzierungskosten der Banken zu einer Verteuerung der Kredite führen", fügte er an. Er versicherte zugleich, dass Banken, Volksbanken und Sparkassen alles daran setzen werden, eine sogenannte Kreditklemme zu verhindern.

Müller dankte der Politik ausdrücklich für das Paket zur Stabilisierung des Finanzmarktes. Es diene keineswegs dazu, Banken oder Banker vor den Folgen ihres Handelns zu schützen. "Ziel und Zweck der Kraftanstrengung der Politik ist einzig, alle Kräfte darauf zu konzentrieren, Schaden von der Wirtschaft insgesamt und den Bürgern abzuwenden".

Finanzminister Steinbrück: "Wir haben es nach wie vor mit einer sehr gefährlichen Situation zu tun"
REUTERS
Finanzminister Steinbrück: "Wir haben es nach wie vor mit einer sehr gefährlichen Situation zu tun"
19.13 Uhr: Die Lage an den Finanzmärkten hält Bundesfinanzminister Peer Steinbrück heute für gefährlicher als vor vier Wochen. "Wir haben es nach wie vor mit einer sehr gefährlichen Situation zu tun", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochsausgabe). Eine Weltwirtschaftskrise wie 1929 drohe aber nicht. "Die Welt hat heute mehrere Wirtschaftszentren." Es gebe immer noch Regionen, die sich sehr dynamisch entwickelten, auch wenn es dort Einschnitte gebe. Das größte Problem seien die pessimistischen Erwartungen. Dennoch wendet er sich gegen "typische Konjunkturprogramme".

19.11 Uhr: Angetrieben von Schnäppchenjägern und guten Vorgaben aus Europa und Asien verzeichnen die US-Börsen deutliche Gewinne am Dienstag. Gefragt sind vor allem Energie- und Technologiewerte, die die zuletzt schwer gebeutelt waren. Die Hoffnung auf eine weitere Entspannung der Lage an den Kreditmärkten scheint dabei die Angst vor einer weltweiten Rezession zu überflügeln.

18.34 Uhr: Die US-Regierung kalkuliert aufgrund der milliardenschweren Rettungspakete für die Finanzbranche mit einem deutlich höheren Haushaltsdefizit als bisher. Der zusätzliche Finanzbedarf in diesem Jahr sei beispiellos, sagte Staatssekretär Anthony Ryan vom Finanzministerium laut einer Meldung der Agentur AP: In der Schätzung des Etatdefizits für das am 1. Oktober begonnene Fiskaljahr sei der für die Rettungspakete notwendige Kreditbedarf noch nicht berücksichtigt. bereits im Juli hatte die Regierung für für das Haushaltsjahr 2009 ein Rekorddefizit von 482 Milliarden Dollar (386 Milliarden Euro) errechnet. Erst danach kam die Pleite von Lehman Brothers und das Rettungspaket.

18.30 Uhr: Der britische Premierminister Gordon Brown hat von den Ölexportländern und andere Nationen mit großen Währungsreserven eine Aufstockung der finanziellen Mittel des Internationalen Währungsfonds (IWF) gefordert. Die derzeit verfügbaren 250 Milliarden Dollar " könnten nicht genug sein", um mit der Finanzmarktkrise umzugehen, sagte Brown. Die größte Rolle bei einer "übergreifenden Lösung" könnten jene Länder spielen, die die größten Überschüsse hätten. Brown nannte diesbezüglich China und kündigte Gespräche mit dessen Ministerpräsident noch in dieser Woche an.

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