Samstag, 17. November 2018

Krisenticker Gewinn der Bank of America bricht ein

Die Finanzkrise greift auf die Konzerne über: Der BDI fürchtet eine Kreditklemme, SAP schockt mit einer Umsatzwarnung. Die Minister der Eurogruppe wollen "systemrelevante" Geldinstitute retten. Einen Gewinneinbruch meldet die Bank of America. Verfolgen Sie den Krisenticker auf manager-magazin.de.

22.51 Uhr: Die Kreditkrise hat die Geschäfte der Bank of America Börsen-Chart zeigen deutlicher in Mitleidenschaft gezogen als erwartet. Die größte US-Bank teilte am Montag zwei Wochen früher als erwartet mit, dass ihr Gewinn im dritten Quartal auf 1,18 Milliarden Dollar von 3,7 Milliarden im Vorjahreszeitraum geschrumpft ist. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 68 Prozent. Mit einem Gewinn je Aktie von 15 Cent bleibt Bank of America weit hinter den Erwartungen der Experten zurück, die um Sonderposten bereinigt mit 60 Cent je Aktie gerechnet hatten. Die Bank kürzte ihre Dividende und kündigte an, sich zehn Milliarden Dollar zusätzliches Kapital beschaffen zu wollen. Bank-of-America-Aktien gaben nachbörslich nach.

Strauchelnder Riese: Die Bank of America hat deutlich weniger Gewinn gemacht als erwartet
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Strauchelnder Riese: Die Bank of America hat deutlich weniger Gewinn gemacht als erwartet
22.41 Uhr: Die Finanzminister der Eurogruppe haben sich auf Leitlinien für die Rettung angeschlagener Banken verständigt. "Wir sind uns einig, dass alles getan werden muss und wird, dass systemrelevante Finanzinstitute nicht Konkurs anmelden müssen", sagte der luxemburgische Ministerpräsident und Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, am Montagabend nach fünfstündigen Beratungen in Luxemburg. Der Staat müsse zur Rettung einer Bank rechtzeitig eingreifen, wobei die Intervention zeitlich begrenzt sein müsse. Für die Rettung der Banken müssten die Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene sorgen.

Hauptanliegen sei nicht, die Anteilseigner einer Bank zu unterstützen, sondern das Interesse der Steuerzahler zu wahren. Wenn der Staat bei einer Bank einsteige, müsse er auch Einfluss bekommen auf die Zusammensetzung und die Vergütung des Managements.

21.42 Uhr: Die internationale Finanzmarktkrise wird nach Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) die Kreditbedingungen für Unternehmen erschweren. "Es wird für die Unternehmen schwieriger und teurer werden, Kredite zu bekommen", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf der "Financial Times Deutschland". Dass sich die Finanzkrise in den kommenden Monaten auch auf die Realwirtschaft auswirken werde, "wird sicher so sein", sagte Schnappauf.

21.39 Uhr: Angesichts der dramatischen Finanzkrise prüft die Union schärfere Regeln für die Haftung und die Vergütung von Spitzenmanagern. "Es ist originäre Aufgabe des Gesetzgebers, durch zivil- und strafrechtliche Haftungstatbestände die gebotenen Grenzen zu markieren", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Norbert Röttgen, in einem Zeitungsinterview. Die jüngsten Ereignisse bei deutschen Banken hätten die Volkswirtschaft und den gesellschaftlichen Wohlstand gefährdet. Deshalb werde in der Union über die Höhe der Managerhaftung diskutiert. Im Gespräch ist eine Marke von bis zu zwei Jahresgehältern.

21.22 Uhr: Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat am Montagabend angesichts der sich verschärfenden Kreditkrise in Europa noch weiter nachgegeben. Er sank bis 21.20 Uhr auf 1,3345 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Juni 2007. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3634 (Freitag: 1,3834) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7335 (0,7229) Euro.

Warnt vor Panik: Bundespräsident Köhler
DPA
Warnt vor Panik: Bundespräsident Köhler
20.46 Uhr: Bundespräsident Horst Köhler hat zur Besonnenheit in der Bankenkrise aufgerufen. Niemand dürfe jetzt in Panik geraten. "Die Krise ist menschengemacht, also können Menschen sie auch wieder lösen", sagte Köhler am Montag bei einem Besuch in Herne im Ruhrgebiet. "Es braucht überhaupt keine Stimmung aufzukommen, wir könnten das Thema nicht lösen", betonte der ehemalige Sparkassenpräsident und Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds mit Blick auf die Anstrengungen der Bundesregierung.

20.00 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am morgigen Dienstag im Bundestag eine Regierungserklärung zur Bankenkrise abgeben. Dies teilte FDP-Partei- und Fraktionschef Guido Westerwelle am Montagabend nach einer Unterrichtung der Vorsitzenden aller Bundestagsfraktionen im Kanzleramt mit. Merkel und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatten die Fraktionschefs über den aktuellen Stand der Krise um den Finanzkonzern Hypo Real Estate Börsen-Chart zeigen verständigt.

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