Freitag, 16. November 2018

Securlog Heros-Nachfolger startet Sanierung

Der Name Heros steht für Betrug, Bereicherung und Bankrott. Nun sollen neue Köpfe die Nachfolgefirma Securlog wieder auf Kurs bringen. Ein gutes halbes Jahr geben sich die drei Manager für die Sanierung des Geldtransporteurs.

Vor einigen Jahren noch gehörten die Geldtransporter der Firma Heros zu jedem Stadtbild in Deutschland. Die gepanzerten Wagen brachten Bargeld zu Einzelhändlern oder auch zur Deutschen Post und holten die Tageseinnahmen ab. Außerdem versorgten sie Bankautomaten.

Sanierung unausweichlich: Auch in diesem Jahr schreibt Securlog rote Zahlen
Heute steht der Name Heros für Betrug, Bereicherung und Bankrott: Im Februar 2006 kam heraus, dass der Gründer und Geschäftsführer, Karl-Heinz Weis (59), und einige Mitarbeiter rund 300 Millionen Euro an Kundengeldern veruntreut hatten. Heros ging drei Tage nach dem Zugriff der Fahnder in die Insolvenz.

Die Nachfolgefirma heißt Securlog. Sie wurde abgespeckt, aber noch immer ist sie - wie früher Heros - Branchenführer (Marktanteil: 38 Prozent) und verfügt als einziger Anbieter über ein flächendeckendes Netz in Deutschland.

Dieses dichte Geflecht mit 32 Standorten und 4000 Teilzeit- und Vollzeitmitarbeitern ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits verschafft es Securlog einen Wettbewerbsvorteil.

Andererseits entstehen hohe Fixkosten, die nur durch die Akquisition neuer Auftraggeber gedeckt werden können. Zusätzliche Kunden zu finden wäre die wichtigste Aufgabe der Ex-Geschäftsführer Jürn Schmidt (49) und Lorenz Klutmann (50) gewesen. Doch die Beiden scheinen sich nicht so recht um den Vertrieb gekümmert zu haben. Die 16 Securlog-Außendienstler kannten weder Zielvereinbarungen noch Besuchsberichte und auch kein modernes Customer Relationship Management.

Folge: 2007 verbuchte Securlog einen Umsatz von 180 Millionen Euro und ein Minus nach Steuern von 52 Millionen Euro. Auch das laufende Jahr bleibt rot. Bei etwa gleich hohen Erlösen wie 2007 wird das Defizit rund zehn Millionen Euro betragen.

Neu bei Securlog: Georg Kierdorf übernahm Anfang Sebtember die Verantwortung für Marketing und Vertrieb
Mit solch düsteren Perspektiven wollten sich die Eigentümer nicht länger abfinden. Der US-Finanzinvestor Matlin Patterson und die US-Bank Goldman Sachs, denen jeweils 45 Prozent von Securlog gehören, verabschiedeten sich im November 2007 von Finanzchef Klutmann. Das Ressort verantwortet seit vergangenem April Thomas Helmreich (42). Ende August trennten sie sich auch von Schmidt. An seine Stelle trat Georg Kierdorf (44), der für den Vertrieb und das Marketing zuständig ist. Im Oktober soll der künftige Logistikleiter Lothar Thoma (39) die Führungsmannschaft komplettieren.

Ein gutes halbes Jahr geben sich die drei Manager für die Sanierung. Bis zum Frühjahr 2009 wollen sie aus den Verlusten heraus sein.

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