Freitag, 16. November 2018

Wall Street Ära der Investmentbanken zu Ende

Zäsur an der Wall Street: Unter dem Druck der Kreditkrise geben die zwei verbliebenen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley ihren Sonderstatus auf. Sie werden zu gewöhnlichen Geschäftsbanken. Experten sprechen vom Ende der Wall Street in ihrer bisherigen Form.

New York - Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen und Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen geben im Sog der Finanzkrise ihren Status als Investmentbanken auf, um sich als Geschäftsbanken besseren Zugang zu den Finanzmitteln der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zu sichern. Sie unterwerfen sich damit deutlich strengeren Auflagen, erhalten aber im Gegenzug mehr Freiheiten zur Übernahme von Banken mit starkem Privatkundengeschäft.

 Wall Street: Der Erfolg und die Macht der großen US-Investmentbanken prägten über viele Jahre den Finanzdistrikt und damit auch die New Yorker Börse. Die Ära der großen unabhängigen Investmentbanken ist jetzt vorbei. Entweder sind sie insolvent, unter das Dach einer großen Geschäftsbank geflüchtet oder selbst zur Universalbank geworden.
AFP
Wall Street: Der Erfolg und die Macht der großen US-Investmentbanken prägten über viele Jahre den Finanzdistrikt und damit auch die New Yorker Börse. Die Ära der großen unabhängigen Investmentbanken ist jetzt vorbei. Entweder sind sie insolvent, unter das Dach einer großen Geschäftsbank geflüchtet oder selbst zur Universalbank geworden.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht erfuhr, bemühten sich die beiden Investmentbanken selbst bei der Fed um die Genehmigung für ihre Umwandlung. An der Börse waren in der vergangenen Woche ernsthafte Zweifel aufgekommen, ob die stark von den Finanzmärkten abhängigen Geldhäuser die Finanzkrise überleben würden. Nun sollen sie bereits in der Übergangszeit auf die Geldtöpfe der Fed zurückgreifen können.

Künftig gleiche Regeln wie für alle andere Banken

Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen und Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen unterliegen künftig den Kontrollen, Regeln und Kapitalanforderungen, die auch für andere Banken gelten. Bisher genossen sie weitgehende Freiheiten und konnten größere Risiken eingehen, weil sie keine Geschäfte für Jedermann wie etwa Girokonten anbieten. Dieses weniger riskante Filial- und Einlagengeschäft mit dem Geld normaler Kunden bringt stabilere Einnahmen, allerdings bei geringeren Gewinnmargen. Das neue Modell sichere Goldman ständigen Zugang zu Liquidität, sagte Konzernchef Lloyd Blankfein.

Die zwei Finanzhäuser betrieben bisher bereits über Bankentöchter klassische Einlagengeschäfte in geringerem Umfang und nur für bestimmte Kunden. Dies soll nun deutlich ausgebaut werden, kündigten die Banken an. Goldman Sachs kommt hier bisher auf ein Volumen von rund 20 Milliarden Dollar, Morgan Stanley auf etwa 36 Milliarden Dollar.

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