Montag, 10. Dezember 2018

Norddeutsche Affinerie Salzgitter stockt auf

Das Land Hamburg steigt bei der Norddeutschen Affinerie aus. Der Senat sieht keine Gefahr mehr, dass das Unternehmen in die Hände eines unerwünschten Finanzinvestors geraten könnte und hat seinen Anteil an die Salzgitter AG verkauft.

Hamburg - Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter Börsen-Chart zeigen hat seine Beteiligung an der Norddeutschen Affinerie deutlich ausgebaut. Die Salzgitter AG stockte ihren Anteil an der Kupferhütte von bisher 5,8 Prozent auf 10,8 Prozent auf. Dazu übernahm der Stahlkocher das 5-Prozent-Aktienpaket der Hansestadt Hamburg. Diese beendete damit ihr Engagement bei der Norddeutschen Affinerie (NA).

Hamburg steigt aus: Die städtischen Anteile an der Norddeutschen Affinerie gehen an die Salzgitter AG
Die Salzgitter AG teilte am Donnerstag mit, die Aufstockung schaffe "günstige Rahmenbedingungen", um nun Möglichkeiten einer mittel- und langfristigen Zusammenarbeit zu untersuchen. Dabei geht es um Kooperationen etwa in der Produktionstechnologie, der Forschung und Entwicklung sowie in Absatz und Beschaffung.

Salzgitter übernahm das Paket von der Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement (HGV) als Beteiligungsholding der Hansestadt Hamburg. Finanzsenator Michael Freytag (CDU) sagte, das zeitlich befristete Engagement der Stadt an der Norddeutschen Affinerie habe das Unternehmen und seine Arbeitsplätze in Hamburg gesichert. Die NA-Eigentümerstruktur werde durch Salzgitter nachhaltig stabilisiert. Die Hansestadt ziehe sich mit Gewinn aus dem Investment zurück. Die HGV habe für Hamburg einen Gewinn in Höhe von 7,1 Millionen Euro erzielt.

Die Beteiligung der Stadt Hamburg im Februar 2008 sei notwendig gewesen, um Entscheidungen der Hauptversammlung zu verhindern, die weder im Interesse der NA noch im Interesse Hamburgs gelegen hätten. Dies sei gelungen, wodurch ein weiteres Engagement Hamburgs aus standortpolitischer Sicht nicht mehr erforderlich sei, sagte Freytag.

Die Hansestadt hatte mit ihrer Beteiligung an der NA früheren Angaben zufolge einen "möglichen negativen Einfluss" auf das Unternehmen unterbinden wollen. Der Mischkonzern A-Tec des österreichischen Investors Mirko Kovats hatte die geplante Übernahme des belgischen Unternehmens Cumerio durch die NA zunächst blockiert, was einen erbitterten Streit ausgelöst hatte. Kovats hatte dann aber seine Anteile an Cumerio der Norddeutschen Affinerie angeboten.

Die Salzgitter AG hatte Mitte Juli mitgeteilt, 5,8 Prozent des Aktienkapitals der Norddeutschen Affinerie erworben zu haben und war damit zum größten Aktionär aufgestiegen. Zweitgrößter Aktionär der Kupferhütte ist die HSH Nordbank mit einem Anteil von rund 5 Prozent.

NA-Chef Bernd Drouven hatte Mitte Juli das Engagement von Salzgitter begrüßt. Einen besonderen Sinn sehe er in einer Zusammenarbeit zum Know-how-Transfer zum Beispiel bei Forschung und Entwicklung. Die NA strebt nach der Cumerio-Übernahme eine weltweite Spitzenstellung als integrierter Kupferkonzern an. Salzgitter profitiert seit längerem vom weltweiten Stahlboom und hat zuletzt glänzende Geschäfte gemacht.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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