Donnerstag, 15. November 2018

Postbank-Verkauf Verdi gegen "Superbank"

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist gegen einen Verkauf der Postbank an eine deutsche Großbank. Für diesen Fall befürchtet die Gewerkschaft einen Kahlschlag bei Stellen und Standorten und kündigt Widerstand an. Ein ausländischer Käufer wäre aus Verdi-Sicht die bessere Alternative.

Frankfurt am Main - "Wenn ein großes deutsches Institut die Postbank kaufen würde, käme es zum beschäftigungspolitischen Kahlschlag", sagte Verdi-Vorstandsmitglied und Bankenkenner Uwe Foullong der "Welt am Sonntag" ("WamS") laut Vorabmeldung.

"Sicht der Beschäftigten": Verdi-Vorstand Foullong, der als Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat der Commerzbank sitzt, glaubt nicht an die Vorteile einer deutschen Lösung bei der Bankenkonsolidierung
"Sicht der Beschäftigten": Verdi-Vorstand Foullong, der als Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat der Commerzbank sitzt, glaubt nicht an die Vorteile einer deutschen Lösung bei der Bankenkonsolidierung
"Eine ausländische Bank, die sich hier langfristig engagieren will, wäre aus Sicht der Beschäftigten der bessere Käufer", erklärte der Gewerkschafter. Allerdings dürfe es sich nicht um einen Investor handeln, der nur schnell Kasse machen wolle.

Der Gewerkschafter wandte sich vor allem gegen die Konstellation einer deutschen "Superbank", über die manager-magazin.de am Donnerstag exklusiv berichtet hatte.

"Eine Dreierlösung mit Postbank, Commerzbank und Dresdner wäre aus Sicht der Beschäftigten der GAU. Wir werden dagegen Widerstand leisten", sagte Foullong.

Gleichzeitig appellierte der Gewerkschafter an die Politik, den Verkauf der Postbank zu stoppen. "Die Bundesregierung hat hier eine politische Verantwortung."

Positive Stimmen zur möglichen Bildung eines deutschen Bankenriesen kamen dagegen von der Unionsfraktion im Bundestag. "Die Kombination wäre nicht die schlechteste", sagte Finanzexperte Otto Bernhardt dem "Tagesspiegel". "Ich finde es generell sehr erfreulich, dass der Bankenmarkt endlich in Bewegung kommt."

Bernhardt vermutet nach eigenen Worten, dass noch in diesem Sommer eine Konsolidierung auf dem deutschen Finanzmarkt stattfindet. Er könne sich auch vorstellen, dass ein ausländisches Institut bei der Postbank zum Zuge komme. "Das wäre keine schlimme Sache. Schließlich geht es hier nicht um eine sicherheitsrelevante Branche wie die Rüstung", wurde der Abgeordnete zitiert.

manager-magazin.de mit Material von ap

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