Mittwoch, 19. Dezember 2018

Transrapid-Prozess Geldstrafen für Betriebsleiter

Im Prozess um das Transrapid-Unglück mit 23 Toten sind zwei Betriebsleiter der Teststrecke im Emsland wegen fahrlässiger Tötung zu Geldstrafen verurteilt worden.

22. September 2006: Bei dem Unglück prallte der Transrapid mit 179 Stundenkilometern auf ein auf der Strecke vergessenes Sonderfahrzeug
DDP
22. September 2006: Bei dem Unglück prallte der Transrapid mit 179 Stundenkilometern auf ein auf der Strecke vergessenes Sonderfahrzeug
Osnabrück - Das Landgericht Osnabrück verurteilte die beiden Männer am Freitag auch wegen fahrlässiger Körperverletzung zu Geldstrafen in Höhe von 24.000 beziehungsweise 20.000 Euro. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die das Verschulden der Männer aber "am Rande dessen, was man vorwerfen muss" gesehen hatte. Die Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert.

Die 67 und 50 Jahre Betriebsleiter sollen vor allem den Einsatz der Fahrwegsperre, die das Gebiet um das Wartungsfahrzeug für den Magnetzug blockierte, nicht klar geregelt haben. Die Angeklagten hatten diesem Vorwurf zurückgewiesen.

Als Hauptschuldigen für das Unglück am 22. September 2006 bezeichnete die Staatsanwaltschaft den Fahrdienstleiter, der vor dem Unfall die noch von einem Sonderfahrzeug besetzte Teststrecke freigab. Das Verfahren gegen den Fahrdienstleiter wurde eingestellt, weil dieser nicht verhandlungsfähig ist. Bei dem Unglück prallte der Transrapid mit 179 Stundenkilometern auf das auf der Strecke vergessene Sonderfahrzeug.

Die Anwälte der beiden Betriebsleiter haben unmittelbar nach der Entscheidung Revision gegen das Urteil beim Bundesgerichtshof angekündigt. Der Verteidiger des früheren Betriebsleiters Günter S. sagte nach dem Urteil, er messe der Revision allerdings keine großen Chancen auf Erfolg bei. Lediglich 10 Prozent aller eingereichten Fälle hätten hier eine Chance, fügte Anwalt Reinhold Schlothauer hinzu.

manager-magazin.de mit Material von ap und ddp/djn

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