Sonntag, 19. November 2017

Kartellverdacht Brüssel mahnt Conti ab

Der Autozulieferer Continental hat eine Abmahnung aus Brüssel erhalten. Die EU-Kommission wirft dem Konzern vor, mit anderen Herstellern von Schläuchen ein Preiskartell gebildet zu haben. In den USA gab es deswegen bereits Festnahmen.

Brüssel - Die EU-Kommission hat die mutmaßlichen Teilnehmer eines Kartells bei Öl- und Marineschläuchen, darunter die deutsche Continental AG Börsen-Chart zeigen, abgemahnt. Die Liste mit den Beschwerdepunkten sei verschickt worden, teilten die EU-Wettbewerbshüter am Montag mit. Der Autozulieferer Continental, dessen Sparte Contitech Schläuche herstellt, bestätigte den Erhalt des Schreibens aus Brüssel, wollte sich zum Inhalt aber nicht näher äußern.

Continental: Preisabsprachen in Florida und Thailand?
Die EU-Kartellwächter verdächtigen mehrere Firmen, illegal Preise für die Schläuche abgesprochen zu haben, die etwa für den Öltransport auf Bohrinseln eingesetzt werden. Bei Razzien vor einem Jahr wurden Büros in Frankreich, Italien und Großbritannien durchsucht. Die EU-Kartellwächter hatten die Durchsuchungen mit den US-Behörden koordiniert. In den USA wurden Mitarbeiter der zu Conti gehörenden britischen Dunlop, der schwedischen Trelleborg Börsen-Chart zeigen und der japanischen Bridgestone Börsen-Chart zeigen festgenommen.

Zu Absprachen soll es den Vorwürfen zufolge von 1999 an gekommen sein. Teilnehmer des Kartells sollen sich an Orten wie Key Largo in Florida und Thailand getroffen haben und zu "Club"-Treffen eingeladen haben. Die EU-Kommission kann für die Teilnahme an Kartellen empfindliche Strafen verhängen, die sich theoretisch auf bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes erstrecken können. Die EU-Wettbewerbshüter haben diesen Rahmen aber noch nie voll ausgeschöpft.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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