Sonntag, 24. März 2019

Volksbanken Im Sog der Finanzkrise

Ein auf Verbriefungen spezialisierter Fonds der genossenschaftlichen Union Investment steht nach Informationen von manager magazin möglicherweise vor dem Aus. Es drohen 600 Millionen Euro Verlust.

Hamburg - Auch den deutschen Volks- und Raiffeisenbanken drohen infolge der aktuellen Finanzkrise erhebliche Einbußen. Ein auf verbriefte Kredite spezialisierter Fonds der Fondsgesellschaft Union Investment muss möglicherweise liquidiert werden, was Verluste von rund 600 Millionen Euro verursachen könnte.

Wütende Anleger: Italienische Investoren des ABS-Invest wollen gegen die Schließung des Fonds durch Union Investment vorgehen
Wütende Anleger: Italienische Investoren des ABS-Invest wollen gegen die Schließung des Fonds durch Union Investment vorgehen
Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (28. März) am Kiosk erhältlich ist. Bis zu 200 genossenschaftliche Institute wären betroffen. Diese haben teilweise erhebliche Teile ihres Anlagevermögens in den 2001 aufgelegten "ABS-Invest" der Union Investment gesteckt.

Der auf verbriefte Kredite in den USA und Europa spezialisierte Fonds, der europaweit vertrieben wurde, hat ein Volumen von rund einer Milliarde Euro. Der Handel mit den Anteilen des Fonds wurde Ende Juli vergangenen Jahres infolge der weltweiten Finanzkrise eingestellt.

Während die deutschen Kunden die Schließung des Fonds offenbar hinnahmen, wollen einige italienische Investoren per Anwalt dagegen vorgehen. Sie verlangen die Rückzahlung ihrer Anteile. Dem ABS-Invest droht nach Informationen von manager magazin deshalb die Liquidierung, was Union Investment zurückweist.

Angesichts der aktuellen Lage auf den Kapitalmärkten dürfte ein Zwangsverkauf des Fondsvermögens Kursverluste von bis zu 60 Prozent verursachen; der Fonds könnte somit rund 600 Millionen Euro verlieren. Viele Volksbanken haben ihre Fondsanteile bisher erst um rund 5 Prozent wertberichtigt.

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