Samstag, 23. Mai 2015

Projekt Ravel Altana plant Milliardenübernahme

Die Altana AG und deren Großaktionärin Susanne Klatten wollen nach Informationen von manager-magazin.de die ebenfalls auf Spezialchemie fokussierte Rockwood Holdings für vier Milliarden Euro übernehmen. Größter Anteilseigner der US-Gruppe, die auch in Deutschland produziert, ist der Finanzinvestor KKR.

Hamburg/Wesel - Die Altana AG Börsen-Chart zeigen, die im Jahr 2006 ihr Pharmageschäft abgestoßen hat und sich seither auf Spezialchemie konzentriert, will sich einen deutlich größeren Wettbewerber einverleiben, zu dem auch Teile der ehemaligen Dynamit Nobel AG gehören. Dies erfuhr manager-magazin.de aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen.

Große Übernahmepläne:
Der Spezialchemiekonzern Altana will den nach Umsatz deutlich größeren US-Rivalen Rockwood übernehmen
Das Interesse von Altana gilt der amerikanischen Rockwood Holdings Inc. Börsen-Chart zeigen mit Sitz in Princeton im US-Bundesstaat New Jersey. Das deutsche Unternehmen verhandelt bereits mit dem größten Anteilseigner von Rockwood, dem amerikanischen Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts Börsen-Chart zeigen (KKR).

Nach Informationen von manager-magazin.de wird das Vorhaben bei Altana unter dem Namen "Projekt Ravel" geführt, die Verhandlungen sollen noch vor der am 5. Mai dieses Jahres anstehenden Altana-Hauptversammlung entscheidend vorangetrieben werden. Für den 7. April ist ein Treffen mit dem Rockwood-Vorstand geplant.

Altana: "Übernahmen sind Teil unserer Strategie"

Großaktionär KKR, der nach eigenen Angaben noch knapp 40 Prozent an der Gruppe hält, hat Rockwood aus einer Reihe zusammengekaufter Spezialchemieunternehmen geformt und 2005 an die Börse geführt. Dazu zählen auch vier ehemalige Sparten der Dynamit Nobel AG, die Rockwood im Frühjahr 2004 von der ehemaligen MG Technologies (heute GEA) erworben hatte. Rockwood zahlte dafür 2,3 Milliarden Euro. Weiterer Großaktionär bei Rockwood ist DLJ Merchant Banking, der Private-Equity-Arm der Credit Suisse, mit einem Anteil von rund 10 Prozent.

Altana selbst wollte die manager-magazin.de vorliegenden Informationen nicht bestätigten: "Übernahmen sind Teil unserer Strategie", sagte Konzernsprecher Achim Struchholz auf Nachfrage von manager-magazin.de. Zu Spekulationen nehme man aber grundsätzlich keine Stellung. Das Chemieunternehmen Rockwood in New Jersey lehnte ebenso wie KKR eine Stellungnahme ab.

Altana-Chef Matthias Wolfgruber hatte in der vergangenen Woche (26. Februar) in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) größere Akquisitionen nicht ausgeschlossen. Das Unternehmen besitze dafür die notwendigen finanziellen Spielräume. Bereits 2005 hatte Altana die Spezialchemie durch den Zukauf des damals 630 Millionen Euro teuren Fürther Pigmentherstellers Eckart gestärkt.

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