Freitag, 16. November 2018

Zulieferer Conti verkauft VDO-Bereich

Der Automobilzulieferer Continental trennt sich von mehreren Werken des kürzlich übernommenen Konkurrenten Siemens VDO. Käufer ist das Unternehmen Brose, ein Hersteller von Fensterhebern und Türsystemen.

Hannover - Die Sparte Electric Motor Devices sowie das Kühlerlüftergeschäft der Continental werden an den Coburger Hersteller von Fensterhebern und Türsystemen, Brose verkauft, teilte Continental Börsen-Chart zeigen am Donnerstag mit. Betroffen seien weltweit mehr als 4000 Mitarbeiter.

Neue Machtverhältnisse: Seit Anfang Dezember gehört VDO endgültig zu Continental
Diese Lösung trage "den Interessen der Kunden sowie der Beschäftigen Rechnung", sagte Conti-Chef Manfred Wennemer laut einer Mitteilung. "Wir halten damit unsere Zusage ein, im Rahmen der Integration der bisherigen Siemens VDO so rasch wie möglich Entscheidungen zu treffen, um mögliche Unsicherheiten zu beseitigen." Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

In Bayern, wo unter anderem 1500 Mitarbeiter im Werk Würzburg betroffen sind, fürchtet indessen die IG Metall um den Bestand der Tarifverträge. Brose war Mitte 2006 aus dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie ausgetreten. Seitdem ist das Unternehmen dem Sprecher zufolge ohne Tarifbindung. "Nach unserem Kenntnisstand zahlt Brose 10 Prozent unter Tarif", sagte ein Sprecher der IG Metall.

Conti hatte die insgesamt 11,4 Milliarden Euro schwere Übernahme von Siemens VDO Anfang des Monats abgeschlossen. Die Gewerkschaften hatten den Verkauf kritisiert, da sie bis zu 7000 Arbeitsplätze gefährdet sehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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