Freitag, 19. Oktober 2018

Diskussion Rente mit 77?

67, 70, 77 - wer bietet mehr? Die meisten Menschen wissen noch nicht einmal, dass sie künftig erst mit 67 Jahren abschlagsfrei in die gesetzliche Rente gehen können. Da fordern Politiker und Experten schon eine Erhöhung auf mindestens 70 Jahre.

Gegen Rente mit 67: Demonstrationen dieser Art gab es in diesem Jahr genug. Doch Politiker und Experten schwadronieren bereits über die Rente mit 70 oder 77 Jahren
Hamburg - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) erhält für seine jüngste Forderung nach einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters Unterstützung von Wirtschaftsexperten. In der "Bild"-Zeitung (Donnerstagausgabe) sprachen sich zahlreiche Ökonomen für eine zusätzliche Erhöhung aus. Der Chefvolkswirt der Dresdner Bank, Michael Heise, sagte der Zeitung: "Wenn die Lebenserwartung weiter so steigt wie in den vergangenen 30 Jahren, wird langfristig ein Renteneintrittsalter auch über 67 notwendig. Sonst ist das System nicht bezahlbar. Wer länger Rente bezieht, muss länger einzahlen."

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, verlangte eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. "Es ist längst klar, dass nur die Rente mit 70 langfristig Entlastung bringt. Nur wenn die bis 2030 eingeführt wird, sind größere Leistungskürzungen oder Beitragserhöhungen vermeidbar", sagte Zimmermann.

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, brachte sogar eine Rente mit 77 ins Spiel. "Nach Berechnung der UN müssten die Deutschen bis 77 arbeiten, wenn man das heutige Rentenniveau ohne Erhöhung der Beitragssätze und Steuern beibehalten wollte", sagte Sinn der Zeitung. Natürlich sei die Zahl absurd. "Sie zeigt aber, wie wenig wir die Lage im Griff haben und dass die 'Rente mit 67' nicht ausreicht."

manager-magazin.de mit Material von ddp

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