Dienstag, 30. Juni 2015

Infiniti Maserati aus Japan

4. Teil: Radikale Händlerpolitik

mm.de: Wenn Ihre Kunden irgendwo auf dem Land liegen bleiben ist das nicht so praktisch.

Schwergewicht: Der Infiniti FX45 soll gegen große Geländewagen wie den Porsche Cayenne antreten
Schupp: Da wird es keine Probleme geben. Wir werden uns um das Auto kümmern, wo auch immer es eine Panne hat. Und natürlich helfen wir den Kunden weiter - mit Abholservice, Ersatzwagen oder Hotelübernachtungen, falls nötig.

mm.de: Und wie kommt man an einen Infiniti, wenn kein Händler in der Nähe ist?

Schupp: Da werden wir radikal sein. Wir arbeiten an verschiedenen Lösungen. Aber es gibt eben auch nicht überall Louis-Vuitton-Läden.

mm.de: Audi hat die Vertriebspartnerschaft mit Volkswagen Börsen-Chart zeigen nicht geschadet.

Schupp: Die Einschätzung überlasse ich den Kollegen in Ingolstadt. Seit elf Jahren versucht Audi, bei den Händlern auch räumlich Eigenständigkeit zu signalisieren. Das hat gute Gründe.

mm.de: Andersherum gefragt: Was haben Sie mit Nissan gemeinsam?

Schupp: Die Formel ist recht einfach: Alles, was dem Kunden zugewandt ist, also die Produkte, der Verkauf, das Marketing - das muss sich unterscheiden. Alles andere, die ganze Infrastruktur also, der Einkauf etwa, die Langzeitplanung, die Softwaresysteme, das kann man teilen.

Baugrube: Am Genfer See entsteht die Europa-Zentrale von Infiniti. Im Hintergrund der Montblanc.
mm.de: Wo werden die europäischen Infiniti gebaut?

Schupp: In einem japanischen Werk in Tochigi, wie alle anderen Infiniti auch.

mm.de: Sie gehen also nicht den Weg, den etwa der koreanische Hersteller Kia vorgezeichnet hat. Der betreibt nicht nur ein Design- und Konstruktionszentrum in Europa, sondern lässt die hiesigen Fahrzeuge auch in der Slowakei fertigen.

Schupp: Das entspräche nicht unserem Markenverständnis. Wir haben eine einzige Fabrik als Garanten für extrem hohe Qualität. Dabei verlassen wir uns ganz auf japanische Fertigungskunst.

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