Montag, 10. Dezember 2018

Wahlsonntag Die Völker haben gesprochen

2. Teil: Bleibt die Allparteien-Koalition?

Bleibt die Allparteien-Koalition?

Das ist der höchste Anteil einer Partei seit der Einführung des Verhältniswahlrechts im Jahr 1919. Inwieweit sich das Ergebnis auf die Regierungspolitik auswirkt, ist zunächst nicht absehbar. Nach dem Prinzip der "Konkordanz" werden alle wichtigen politischen Kräfte in die Regierungsverantwortung eingebunden.

Unser östlicher Nachbar: Sie wollten den Wechsel
Der SVP-Vorsitzende Ueli Maurer bekannte sich am Wahlabend zur Fortsetzung der Allparteien-Koalition. Zugleich kündigte er an, dass sich die SVP nun darauf konzentrieren werde, die Kriminalität zu bekämpfen, Steuern zu kürzen und die Schweiz aus der Europäischen Union herauszuhalten.

Die Sozialdemokratische Partei (SP) verlor 3,8 Prozentpunkte und kam nur noch auf 19,5 Prozent der Stimmen. Danach folgen die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) mit 15,6 Prozent (minus 1,7) und die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) mit 14,6 Prozent (plus 0,2).

Einen Erfolg verbuchten die Grünen, die einschließlich der Grünalternativen auf 9,6 Prozent der Stimmen kamen - 1,7 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Wahl vor vier Jahren. Bei der Sitzverteilung im Nationalrat von Bern stellt die SVP jetzt 62 der 200 Abgeordneten, sieben mehr als bisher. Die SP erreichte 43 Mandate (minus 9), die FDP 31 (minus 5) und die CVP ebenfalls 31 (plus 3).

Die Grünen sind mit 20 Abgeordneten (plus 6) vertreten, erstmals dabei sind außerdem drei Abgeordnete der Grünliberalen. Trotz des von vielen als fremdenfeindlich betrachteten Wahlkampfs wählten die Schweizer am Sonntag erstmals einen Abgeordneten mit dunkler Hautfarbe ins Parlament: Der Sozialdemokrat und Jurist Ricardo Lumengo kam in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts als Asylbewerber aus Angola in die Schweiz. Die Wahlbeteiligung erreichte schätzungsweise 48 Prozent und damit den höchsten Wert seit 1983.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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