Dienstag, 11. Dezember 2018

Schieder Kunstmäzen steigt ein

Nach monatelangen Verhandlungen haben jetzt gleich mehrere Schieder-Töchter Käufer gefunden: Einen Teil der Geschäfte des insolventen Möbelherstellers übernimmt der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen, andere ein Liechtensteiner Polstermöbelanbieter.

Schieder-Schwalenberg - Nachdem am Montag bekannt wurde, dass der deutsch-amerikanische Investor und Kunstmäzen Nicolas Berggruen Teile des insolventen Möbelriesen übernimmt, gab es am Dienstag gleich die nächste Übernahme zu verkünden.

Hoffnung für Schieder: Nach langen Verhandlungen haben jetzt gleich mehrere Schieder-Töchter Käufer gefunden
Wie Schieder mitteilte, kauft der Liechtensteiner Polstermöbelanbieter MCA-Agentur die polnischen Polsterspezialisten NOVA "E" und TOP SOFA Oborniki. Damit seien gut 500 Arbeitsplätze gerettet. Zudem werde MCA Vermögenswerte und Modellrechte der Collection E in Lübbecke bei Minden übernehmen.

Zuvor war die Übernahme der Beteiligungen IMS (Liechtenstein) und SEH (Österreich) sowie von Fabriken in Polen durch den Investor und Kunstmäzen Nicolas Berggruen bekannt geworden.

Die Töchter erwirtschaften einen Umsatz von gut 250 Millionen Euro und beschäftigen 3500 von 11.000 Mitarbeitern des einst größten Möbelherstellers Europas. Berggruen, Sohn des Berliner Kunstsammlers Heinz Berggruen, will nach eigenen Angaben "einen bedeutenden Akteur im europäischen Möbelmarkt" schaffen.

Eine Chance für die Mitarbeiter der früheren Schieder- Beteiligungen? "Ausverkauf halte ich für das falsche Wort, wenn 3500 Arbeitsplätze gerettet werden", sagte der Insolvenzverwalter der Schieder-Holding, Sven-Holger Undritz. Die Gesellschaften haben den Angaben zufolge elf eigene Werke in Polen. "Die übernimmt man nicht, wenn man sagt, man will keine Arbeitsplätze übernehmen."

Berggruen sei unter den gegeben Umständen ein Wunschpartner und "mit Abstand der beste Bieter". Nach Schieder-Angaben setzte Berggruen mit seinen Beteiligungen bisher nicht auf kurzfristigen Profit, sondern auf langfristiges Wachstum und soziale Verantwortung.

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